ZKV-Future-Weekend in Avenches

ZKV-Future-Weekend in Avenches

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Seit langem habe ich mich schon auf das ZKV-Weekend gefreut. Am Samstag war es so weit! Wir sind für einen Tag nach Avenches gefahren, wo ich eine Theoriestunde, Dressurunterricht, Sport und ein Geländetraining hatte. Vor allem auf das Geländetraining habe ich mich sehr gefreut, da ich bisher noch nie Geländesprünge gesprungen bin.

 

Mein Wecker hat schon sehr früh geklingelt, damit ich um 6 Uhr im Stall sein konnte. Dort habe ich Amerzio geputzt und alles in den Transporter eingeladen. Um halb Sieben sind wir dann in Richtung Avenches losgefahren, wo wir etwas vor acht Uhr angekommen sind. Wir bekamen für den Tag eine Box, wo ich Amerzio direkt reinstellen konnte. Anfangs war er etwas nervös, da die Wände zu den Nachbarsboxen keine Gitterstäbe hatten und er die anderen Pferde deshalb nicht gesehen hat. Als er aber dann gemerkt hat, dass nach und nach immer mehr Pferde links und rechts von ihm stehen, ist er ruhig geworden. Mein Vater war zu der Zeit schon wieder nach Hause gefahren, er konnte den Tag über nicht bleiben. Ich habe mich aber sofort super mit meiner Boxennachbarin verstanden und auch alle anderen Mädchen waren sehr nett. Nachdem wir uns eingerichtet hatten wurden wir von den Leitern begrüsst und der Tagesplan wurde noch einmal erklärt.

 

Als erstes stand für uns eine Theoriestunde an. Leider hatte der USB-Stick der Leiterin sich am Vortag seinen Geist aufgegeben, weshalb wir keine Theorie machen konnten. Stattdessen haben wir uns anlässlich der 150-Jahre-ZKV Jubiläumsfeier Gedanken über den ZKV gemacht, was auch ganz interessant war.

 

Nach der Theoriestunden hatten wir noch etwas Zeit, bis das Dressurtraining anfing. Ich habe die Pause genutzt um eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu plaudern. Ich habe dann Amerzio fertiggemacht und meine Boxennachbarin und ich sind schonmal zum Dressurplatz gelaufen, wo wir dann lange einschritten konnten, bis die Trainerin kam. Anfangs haben die Beschränkungen am Boden Amerzio überhaupt nicht gefallen und er hat sie immer wieder angeglotzt. Nachdem wir zum zehnten Mal vorbeigeritten sind hat er sich dann aber etwas beruhigt und ist brav daran vorbeigelaufen. Wir waren insgesamt fünf Reiter mit sehr unterschiedlichen Pferden. Das Pferd meiner Boxennachbarin war erst fünf und eine andere Reiterin hatte eine Vierjährige. Deshalb haben wir vor allem an den Basics gearbeitet, was mich aber überhaupt nicht gestört hat, da ich in der Dressur auch ein Anfänger bin, zumindest was Lektionen betrifft. Amerzio hat aber super mitgemacht, auch wenn wir die Sachen teilweise sehr oft wiederholt haben, bis sie alle Reiter korrigiert hat. Irgendwann wurde es ihm dann doch zu doof und ich musste ganz schön ackern, um ihn motiviert zu behalten.  Trotzdem war ich am Ende sehr zufrieden mit ihm, da er sehr schon am Zügel lief, fein an den Hilfen war und toll mitgearbeitet hat.

 

Nach dem Training hatten wir Mittagspause. Nachdem wir die Pferde ausgeschrittet, abgesattelt und in die Box gestellt haben,  gab es für sie Mittagessen. Wir sind dann ins Restaurant gegangen, wo wir gegessen und uns etwas ausgeruht haben.

 

Nach der Mittagspause ging es weiter mit Sport. Zuerst mussten wir selber ein Warm-Up gestalten und fünf Gründe nennen, wieso man ein Warm-Up macht. Anschliessend haben wir ein Spiel gespielt. Der Sportunterricht war also nicht wahnsinnig anstrengend und hat Spass gemacht.

 

Dann kamen wir endlich zu meinem persönlichen Highlight: Dem Geländetraining! Endlich hatte ich die Möglichkeit, Natursprünge zu springen. Der Geländeplatz in Avenches ist ziemlich gross und es gibt viele verschiedene Sprünge und einen grossen See. Ich hatte keine Ahnung wie sich Amerzio anstellen würde, da ich vermutete, dass er noch nie Natursprünge gesprungen ist. Wir waren zu viert in der Gruppe, davon war ein Pferd bereits erfahren, eines vier-, ein anderes fünfjährig und Amerzio, den ich als Neuling auf diesem Gebiet einstufte. Demnach haben wir ganz langsam begonnen und sind zu Beginn nur im Schritt einen Absatz hoch, über einen kleinen Baumstamm und wieder runter. Das haben wir direkt ein paarmal wiederholt, bis die Pferde wussten, wie sie die Hindernisse überwinden musste. Es ging im Schritt weiter, immer wieder Absätze hoch und runter und über kleine Baumstämme. Später auch über einen Graben. Danach durften wir den Graben im Trab springen. Nach dem Graben sind wir Absätze  aus dem Trab hoch und runter. Dann ging es über vier Baumstämme, wobei der erste der tiefste und der letzte der höchste war. Die Baumstämme durften wir dann auch im Galopp anreiten. Einmal mussten wir im Trab einen Absatz hochspringen und dann über einen Baumstamm wieder nach unten. Amerzio hat auf den kleinen Baumstamm ziemlich gezogen und einen wahnsinnigen Satz genommen. Da wir von einer erhöhten Plattform auf den Boden sprangen, wirkte der Sprung gleich noch viel grösser. Ich dachte schon, wir kämen nie mehr am Boden an! Dafür bekam Amerzio für sein Vermögen ein Kompliment vom Trainer. Später ging es dann zum Wasser. Ich war sehr skeptisch, ob Amerzio überhaupt hineingehen würde, da ihm die Pfützen zuhause manchmal gar nicht gefallen. Allerdings musste ich kaum Druck machen und schon standen wir drin, wenn auch mit einem grooossen Satz. Wir sind dann immer wieder rein- und rausgeschrittet. Später ging es im Trab und im Galopp durchs Wasser, bevor wir dann über einen Baumstamm aus dem Wasser gesprungen sind. Als Abschluss sind wir ins Wasser galoppiert, über den Baumstamm wieder aus dem Wasser, rund um den Teich herum, über einen Baumstamm wieder ins Wasser und einen Absatz hoch aus dem Wasser. Amerzio war ein Goldschatz und hat überhaupt nicht gezögert! Ich glaube fast, wir sollten öfter ins Gelände, so toll hat er sich angestellt.

 

Nach dem Geländetraining war der Tag zu Ende. Wir haben unsere sieben Sachen gepackt, die Pferde verladen, wurden verabschiedet und dann ging es ab nach Hause. Für mich war es ein toller, lehrreicher und spassiger Tag!

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