ZKV Future Lager

ZKV Future Lager

Ich war von Montag (20.7) bis Freitag im ZKV Future Lager. Hier findet ihr noch einmal alle Tagesberichte von Facebook und Instagram, ausserdem Bericht von Tag 5 und einen Rückblick über das gesamte Lager.

 

Montag

Um 9 Uhr mussten wir da sein und um 10.30 Uhr stand schon die erste Reitstunde an. Mit lockerer Gymnastik über Cavalettis haben wie die Pferde gelockert und unser Gefühl für die Galoppsprünge geschult. Am Nachmittag hatten wir auf dem Paddock Training, wo wir Geländesprünge gesprungen sind. Amerzio war ungewöhnlich nervös und heiss, so kenne ich ihn gar nicht! Ich hatte allerdings das Gefühl, dass er sich lediglich gefreut hat, wieder mal etwas ganz anderes zu machen – schon beim letzten Mal in Avenches haben ihm die Geländesprünge viel Freude bereitet! Die Pferde durften dann in der Box chillen, während wir Sportunterricht hatten. Alles in allem war es ein toller erster Tag und ich freue mich auf die weiteren Tage!

 

Dienstag

Heute ging der Tag für uns um 6 Uhr los. Nach dem Morgenstall und dem Frühstück hatten wir eine Gymnastikstunde. Der Unterricht an sich war sehr gut – unser Trainer war nämlich mein üblicher Trainer. Amerzio und ich haben allerdings gar nicht harmoniert, er war seltsam zu reiten und ich sah absolut keine Distanz, so dass wir total häufig unpassend kamen. Wir sind dann einige Übungen ohne Bügel gesprungen, was ganz interessant war, wenn auch nicht all zu angenehm. Nach dem Mittagessen hatten wir Mentaltraining, wo wir über unsere Stärken und Schwächen gesprochen haben. Ich hatte bisher noch nie ein ‚Training‘ dieser Art, aber es war spannend und ich freue mich auf die zweite Stunde am Donnerstag! Nach dem Mentaltraining hatten wir eine Pause, dann ging es auch schon weiter mit einer Dressurstunde. Wir hatten einen tollen Trainer und Amerzio lief super, nur leider wurden wir von den Fliegen beinahe gefressen und der Arme schlug nur noch mit dem Kopf. Wir kämpften uns dann mehr schlecht als recht durch die Übungen, in den Momenten wo er seinen Kopf ruhig hielt war ich allerdings sehr zufrieden. Das Dressurtraining war auf jeden Fall besser als die Gymnastikstunde!

Ich haue mich gleich aufs Ohr und hoffe, dass ich diese Nacht etwas besser schlafen kann als gestern! Unsere Unterkunft, eine Zivilschutzanlage, ist mit den 20er Zimmern, Gemeinschaftsduschen und so ganz ohne Tageslicht etwas gewöhnungsbedürftig!

 

Mittwoch

Heute ging der Tag für uns ‚erst‘ um 6.30 los. Wie gewohnt fütterten wir erst unsere Pferde, misteten die Boxen und gingen anschliessend frühstücken. Nach dem Frühstück stand für uns Springtraining auf dem Programm. Diesmal sind wir einen kleinen Parcours gesprungen, nicht wahnsinnig hoch, die Linien waren jedoch nicht mehr ganz so einfach. Amerzio sprang super, der Anfang der Stunde war wirklich gut, der Mittelteil dann weniger. Das lag allerdings an mir, ich habe ihn mal wieder nicht vors Bein gekriegt, wodurch ich ein schlechtes Grundtempo hatte und einige Distanzen nicht traf. Der Bub half mir aber immer über die Sprünge, so dass wir trotzdem durch den Parcours kamen. Wir sind dann noch eine zweite Runde geritten, die deutlich besser war! Ich schloss die Reitstunde also mit einem guten Gefühl ab. Nach der Stunde hatten wir Mentaltraining, wo wir noch einmal übere Stärken, Schwächen, Misserfolg und Erfolg und dessen Ursachen gesprochen haben. Nach dem Mittagessen ging es ins Schwimmbad, wo wir bis um drei Uhr ausruhen konnten. Nach dem Vergnügen kam jedoch die Arbeit – wir hatten Sportunterricht, wo wir 45 Minuten eine gewisse Strecke joggen oder sprinten und dann Kraftübungen machen mussten. Ich war zuerst nicht besonders motiviert, allerdings war es gar nicht so anstrengend wie erwartet. Nach der Sportstunde durften wir auswählen, was wir reiten wollten – Dressur, Springen, Geländesprünge im Paddock oder Ausreiten. Ich habe mich für den Paddock entschieden. Wir hatten eine richtig tolle Reitstunde, sind wieder einige neue Sprünge gesprungen und hatten total Spass! Amerzio war mit viel Freude und Fleiss bei der Arbeit und war wieder total mutig. Ich bin echt stolz auf ihn, er macht seine Sache so gut! Er hatte sich dann sein Abendessen wirklich verdient – und ich auch! Der Abend war gefüllt mit Spielen und lustigen Videos von Youtube.

Morgen reiten wir am Morgen einen Parcours, dabei werden wir von Richtern bewertet und erhalten anschliessend Feedback. Danach geht es auf einen Ausflug, wohin wissen wir allerdings noch nicht. Ich bin gespannt!

 

Donnerstag

Heute ging es wieder etwas später aus dem Bett, wir hatten allerdings gemütlich Zeit um
den Stall zu machen. Dachten wir zumindest – nach dem Frühstück kamen wir dann doch etwas in den Stress, denn heute stand Parcoursreiten auf dem Plan! Wir hatten eine halbe Stunde Zeit, um unsere Pferde fertig zu machen und selbstständig abzureiten. Der Parcours wurde wie auf Turnier auf unsere gewünschte Höhe springen. Für mich 115cm, allerdings waren nicht ganz alle Sprünge ausgebaut. Ich nahm extra eine kurze Gerte in die Hand um Amerzio wirklich wach zu kriegen, denn die letzten Tage waren wir immer etwas untertourig unterwegs und hatten dadurch oft schlechte Distanzen. Er zog dann auf dem grossen Platz selber schon ordentlich, so dass wir von Anfang an in einem hohen Tempo unterwegs waren. Einige Distanzen waren nicht ganz passend, das waren jedoch meine Fehler und trotzdem kamen wir gut durch den Parcours. Eine Stange fiel leider, allerdings stört mich das überhaupt nicht und ich bin mit unserer Leistung absolut zufrieden! Am Nachmittag ging es für uns auf einen Ausflug in ein Rehazentrum, in dem Verletzungen wie Sehenschäden, offene Wunden, Knochenverletzungen usw. durch ein spezielles Wasserbad geheilt werden. Die Idee dieses Pferde-Spa’s kommt aus dem Rennsport. Seit es vorbeugend eingesetzt wird, gibt es viel weniger Sehenverletzungen. Es war sehr spannend und ich werde diese Möglichkeit auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, sollte eines meiner Pferde sich einmal ernsthaft verletzen! Es ist kaum
zu glauben, wie effektiv diese Methode ist. Für alle die sich dafür interessieren, hier die Homepage: www.stall-ben.ch Den Abend liessen wir dann in der Stadt Bern gemütlich ausklingen. <3

Hier auf dem Bild ist das Wasserbad zu sehen, während ein Pferd gerade behandelt wird.

 

Freitag

Die Woche war wie im Fluge vergangen. Schon war der Tag der Abreise da. Wie immer standen wir früh auf, anstatt direkt in den Stall zu gehen mussten wir allerdings unsere Koffer packen und mitnehmen. Danach war wie gewohnt der Morgenstall dran und anschliessend frühstückten wir ein letztes Mal. Nach dem Frühstück war meine Gruppe zum Putzen der Unterkunft eingeteilt, allerdings hatten wir nicht wirklich etwas zu tun, so dass wir schon nach zwei kleinen Arbeiten wieder in den Stall konnten. Etwas später hatten wir dann ein letztes Mal Reiten. Wir konnten wieder auswählen, was wir reiten wollten. Ich entschied mich für einen Ausritt in die Allmend. Die Allmend besteht aus einigen Hügeln mit hohem Gras und Büschen sowie einem rieeeesigen Feld. Früher wurden dort die Armeepferde trainiert. Die Allmend ist nicht ganz einfach zu erreichen, man muss an der Hauptstrasse entlang reiten, wo viele Autos und Lastwägen in hohem Tempo fahren. Amerzio ist absolut verkehrssicher, deshalb war es für uns kein Problem, mit einem unsicheren Pferd wäre der Weg allerdings sehr gefährlich. Auf dem grossen Gelände angekommen, sind wir zuerst im Schritt kreuz und quer über die Hügel geritten. Anfangs waren die Pferde noch etwas staksig und unsicher, mit der Zeit wurden sie allerdings locker und sind fleissig die Hügel rauf- und runterspaziert. Dasselbe haben wir dann über einen einzelnen Hügel auch im Trab und Galopp gemacht. Für die Pferde war das wirklich nicht ganz einfach, aber auch hier merkte man deutlich, wie es ihnen mit jeder Wiederholung leichter fiel. Zum Schluss durften wir dann zu zweit nebeneinander um das Feld galoppieren. Beim ersten Mal ritten wir eher verhalten und hielten unsere Pferde zurück. Als wir dann noch einmal los durften, liessen wir sie richtig fetzen. Ich ritt zusammen mit einem Mädchen, dessen Pferd nochmal 10 Zentimeter grösser war als Amerzio – die beiden konnten sich also ganz schön strecken und es war krass zu sehen, wie lang die Galoppsprünge tatsächlich wurden. Den Pferden sowie uns hat es total Spass gemacht, am liebsten würde ich jeden Tag über so ein Feld galoppieren! Nach dem Ausritt war Mittagessen angesagt. Am Nachmittag haben wir uns Videos vom Donnerstag angeguckt, unter anderem auch einige Parcours. Leider war mein Ritt nicht gefilmt worden. 🙁 Um 3 Uhr konnten wir dann auch schon abreisen und ein tolles Lager ging zu Ende.

 

Rückblick

Alles in allem war es eine sehr coole und spassige Woche. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, mit denen ich die fünf Tage über viel gelacht habe. Die Reitstunden waren lehrreich und es war spannend, bei verschiedenen Reitlehrern Unterricht zu haben. Jeder hatte eine etwas andere Ansicht und konnte einem Tipps geben, die man so zuvor noch nicht gehört hatte. Zudem war die Abwechslung mit den Geländehindernissen auf dem Paddock sehr cool, gerade für solche wie mich, die diese Möglichkeit zuhause nicht haben. Das einzige, was mich etwas gestört hat, war die Unterkunft, die bekommt von mir definitiv nur einen Stern – da wir aber eigentlich nur zum Schlafen dort waren, war es auf jeden Fall erträglich.

 

Ich möchte beim Lager nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein und ich hoffe, dass ich den einen oder anderen bis dahin ab und an auf Turnier antreffe! 🙂

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