Winterpause

Winterpause

Es ist wieder soweit, die Winterpause steht vor der Tür – oder hat bereits begonnen. Die meisten haben die Turniersaison wohl bereits abgeschlossen und geben ihren Pferden die wohlverdiente Pause. Da ich leider keine (erfolgreiche) Turniersaison auf den Aussenplätzen hatte, bin ich mit Chupa einige Hallenturniere gegangen und hab ihr bisher noch keine Winterpause gegeben. Aber mehr dazu weiter unten.

 

Wieso eine Winterpause machen? Und was ist mir dabei wichtig?

Ich persönlich finde eine Winterpause bei Pferden, die übers Jahr Turniere gelaufen sind  oder wie in meinem Fall bei einem Pferd was regelmässig gesprungen wurde, sehr wichtig. Das Pferd soll den Kopf einfach mal freikriegen und das Springen für ein paar Wochen vergessen, damit es im Frühling wieder mit neuer Freude bei der Sache ist.
Für mich gilt aber: Winterpause heisst nicht, dass das Training auf der Strecke bleibt. Die übers ganze Jahr aufgebauten Muskeln und die antrainierte Kondition wollen wir schliesslich nicht verlieren.

 

So gestalte ich die Winterpause:

Wäre der Normalfall (=normale Turniersaison) eingetreten, würde ich meinen Pferden mindestens einen Monat komplett Springpause geben, also auch keine Gymnastik mit ihnen machen. In dieser Zeit würde ich vermehrt an der Dressur arbeiten. Nach der Springpause würde ich langsam mit Gymnastik beginnen, also Stangen im Schritt/Trab/Galopp, Gymnastiklinien, Parcours aus kleinen Sprüngen. Es gibt super viele Gymnastikübungen im Internet, man kann mit ein paar Stangen und Cavalettis viele tolle Sachen aufbauen um sich und das Pferd vor neue Herausforderungen zu stellen.

 

Da dieses Jahr etwas speziell war und Chupa keine richtige Turniersaison hinter sich hat, aber regelmässig gesprungen wurde, wird sie eine etwas abgeschwächte Form der Winterpause bekommen. Wir springen einfach zu Hause weiter, so lange auf dem Aussenplatz noch Sprünge stehen springen wir noch. Sobald es dann aber Zeit ist, Sprünge in die Halle zu schleppen machen wir Pause. Ob sie eine komplette Springpause kriegen wird, weiss ich noch nicht genau, momentan sieht es aber eher nicht danach aus. Ich denke wir werden viel Gymnastik machen, viel Stangen traben und so weiter. Ansonsten werden wir stark an der Dressur arbeiten, mit meinem persönlichen Ziel, dass mir die Dressur mit Chupa im Frühling genau so Spass macht wie mit Amerzio.

 

Amerzio hatte dieses Jahr keine all zu anstrengende Turniersaison und hat darum bisher noch keine Pause gekriegt. Für ihn ist aber die Höhe die wir im Moment springen schon fast Pause und mir war es wichtig ihn bis jetzt noch normal weiter zu trainieren, damit ich mich an ihn gewöhnen kann. Ansonsten sieht es für ihn gleich aus wie für Chupa, so lange wir noch draussen springen können tun wir das und sobald wir nach drinnen müssen steht Springgymnastik auf dem Plan. Da er was die Dressur angeht auf einem guten Level ist, wird dort fleissig weitertrainert und die Harmonie gefördert. Ausserdem fehlt ihm noch so einiges an Muskeln und Kondition, das heisst er hat ein Aufbautraining vor sich.

 

Wie verhindere ich Langeweile?

Es gibt hunderte von Sachen, die man mit seinem Pferd so anstellen kann, ohne dabei (im Springreiter-Fall) zu springen. Naheliegende Dinge wie Dressur, wo man auch mal an höheren Lektionen arbeiten kann beispielsweise. Man kann auch im Internet die Programme leichter Dressurprüfungen suchen und sie zum Spass mal durchreiten oder Teile davon ins Training einbauen. Dressurlehrgänge sind auf jeden Fall auch ein Thema, sich von verschiedenen Trainern Meinungen anzuhören ist immer spannend und lehrreich. Oder aber man reitet Mal mit Freunden ein Pas de Deux? Ich habe das mal in einer Reitstunde gemacht und kann mich erinnern, dass es echt Spass gemacht hat.

Vielen wird die Bodenarbeit einfallen. Ich persönlich habe bisher noch nie regelmässig vom Boden aus gearbeitet, aber ab und zu hat es immer Spass gemacht. Dabei gibt es natürlich sehr viele Varianten. Man kann erst einmal an den Grundlagen arbeiten, sich an Zirkuslektionen versuchen, Schrecktraining machen (Regenschirme, Flatterbänder, Ballone, Planen …), Fussball spielen, einfach ein bisschen herumblödeln …

Etwas, was für mich selbstverständlich ist: Ausreiten! Ich persönlich gehe das ganze Jahr über mindestens zwei Mal in der Woche mit meinen Pferden ausreiten, wer das aber nicht so macht kann auf jeden Fall im Winter öfters mal raus.

Was ebenfalls mehr Zeit findet ist die Arbeit an der Longe. Chupa hat dabei im Aufbautraining richtig zugelegt. Anbei kann man super die Stimmhilfen präzisieren, was unter dem Sattel immer nützlich ist. Dabei kann man auch mal eine oder mehrere Stangen auf den Zirkel legen.

Spazieren gehen ist ebenfalls für viele ein Thema. Ich bin davon nicht so begeistert, da ich mich draussen am Boden einfach nicht sicher fühle, aber eigentlich stelle ich mir einen Spaziergang mit einem ruhigen Pferd echt schön vor.

 

Ihr seht, es gibt total viele Möglichkeiten das Pferd (und den Reiter) zu beschäftigen! Die Langeweile hat da auch an trüben Wintertagen keine Chance.

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