Sometimes love means letting go

Sometimes love means letting go

Schon bevor ich die grosse Bombe dieses Blogposts platzen lasse, möchte ich darauf hinweisen, dass ich von niemandem verlange, unsere Entscheidung zu verstehen. Ich möchte jedoch darum bitten, dumme Kommentare einfach mal sein zu lassen. Jeder, der ein wenig vom Pferdesport versteht und Pferde besitzt oder sich regelmässig mit ihnen beschäftigt, weiss, wie sehr man an seinen Lieblingen hängt. Es war nicht einfach, wir standen schon vor Monaten vor dieser Entscheidung und haben doch immer weiter gekämpft. Also bitte liebe Kritiker, spart euch den Kommentar!

 

Ich will kein grosses Drama aus der Sache machen: Chupa wird bald den Besitzer wechseln. Wir haben uns vor wenigen Wochen dafür entschieden, sie zu verkaufen. Letzte Woche (genau am 26. Juni) habe ich auf zwei Plattformen Inserate online gestellt. Schon am selben Tag und auch an den darauffolgenden Tagen meldeten sich mehrere Interessenten bei uns. Und heute (5.7) haben wir Chupa zu einer Familie gebracht, wo sie nun eine Woche auf Probe bleibt. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sie dort ihren Lebensplatz gefunden hat, aber dazu später mehr.

 

Für diese Entscheidung gibt es mehrere Gründe. Wie schon mehrmals auf meinem Blog beschrieben war unsere gemeinsame Zeit nie einfach. Das ist an sich natürlich noch kein Grund, ein Pferd zu verkaufen. Allerdings hat man irgendwann genug, wenn man trainiert und trainiert, all sein Herzblut in eine Sache steckt und am Schluss nichts dabei rauskommt. Genau so ging es mir mit Chupa. Es gab immer Zeiten wo sie toll sprang, wo wir grosse Hoffnung hatten und uns sicher waren, dass wir es nun geschafft hatten. Leider gab es aber auch jedes Mal eine grosse Enttäuschung, spätenstens wenn wir wieder auf Turnier gefahren sind, manchmal aber auch aus heiterem Himmel auf dem heimischen Springplatz. Wir mussten es nun einsehen: Chupa ist für den Springsport einfach nicht geeignet. Sie hat zu wenig Mut, darum verweigert sie immer wieder. Ihr fehlt es körperlich an nichts, es ist eine reine Kopfsache. Zwei Profis meinten ausserdem unabhängig voneinander, dass es keinen Sinn mehr machen würde, weiter zu kämpfen. Natürlich lässt sich jetzt sagen, dass Chupa doch als Freizeitpferd bei uns bleiben könnte. Das steht leider für uns nicht zur Option, da ich meine sportlichen Ziele weiter verfolgen will und das mit nur einem Sportpferd unmöglich ist. Ein viertes Pferd kommt allein aus Zeitgründen überhaupt nicht in Frage. Darum haben wir uns dafür entschieden, für die Kleine ein Zuhause zu suchen, wo sie als Freizeitpferd genutzt wird und keine Sprünge mehr machen muss.

 

Am 28. Juni, also nur zwei Tage nachdem ich die Inserate online gestellt hatte, kamen dann schon die ersten Interessenten, ein Mädchen und ihre Eltern. Ich war zu der Zeit bereits auf der Abschlussreise mit meiner Klasse und war dementsprechend skeptisch, weil ich eigentlich nicht damit gerechnet hatte, dass alles so schnell geht. Ich bekam dann Nachrichten von meinen Eltern, die absolut begeistert waren. Gleich am nächsten Tag kam dann das Mädchen noch einmal auf ein Probereiten vorbei. Nach einer kurzen Bedenkzeit wurde dann ausgemacht, dass sie am Sonntag, also heute, eine Woche zu ihnen auf Probe sollte.

Heute sind wir also in den Kanton Freiburg zu einem Bauernhof gefahren, wo Chupa die nächste Woche bleiben wird. Sie hat eine tolle Box mit Auslauf, grosse Weiden, ein Reitplatz steht zur Verfügung und das Ausreitgelände scheint bombastisch zu sein. Mit ihrem neuen Nachbarn hat sie sich auf Anhieb super verstanden. Sie hat sich im Allgemeinen sofort wohl gefühlt, gefressen und sich alles angeguckt. Für uns war klar, dass wir sie gleich wieder mit nach Hause nehmen, sollte uns ihr mögliches neues Zuhause nicht gefallen. Wir haben jedoch keine Sekunde gezögert und sie gerne da gelassen, denn einen schöneren Platz könnten wir uns für die Kleine gar nicht wünschen! Jetzt heisst es Daumen drücken, dass sie dort auch wirklich bleiben darf!

 

Für uns heisst das jetzt natürlich, dass wir uns auf die Suche nach einem neuen Sportpferd begeben. Dazu sind wir nach Zürich gefahren, wo wir mehrere Pferde ausprobiert und tatsächlich schon eines gefunden haben, das passen könnte. Es handelt sich um einen fünfjährigen Oldenburger Wallach namens Ustino. Nachdem wir Chupa Chup abgeladen haben, sind wir also noch einmal nach Zürich gefahren, um ihn für eine Woche zu uns zu holen! Genaueres zu ihm werdet ihr im Laufe der Woche auf Facebook und Instagram erfahren.

 

 

 

 

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