Nobody’s perfect

Nobody’s perfect

Niemand ist perfekt, jeder Reiter und jedes Pferd hat so seine Ecken und Kanten. Die Idee zu diesem Blogpost kam mir, während ich Amerzio in der Halle geritten bin und seine grösste Macke voll zur Geltung kam. Wenn euch also interessiert, mit was für Spinnereien ich regelmässig zu kämpfen habe, bitte! Dieser Beitrag ist voll und ganz meinen unperfekten Pferden gewidmet.

 

 

Amerzio fürchtet sich grundsätzlich vor allem, was am Boden liegt. Ganz egal ob es  Cavalettis sind, die aufeinander stehen oder der Wassergraben, den man unter die Sprünge legt. Es spielt auch überhaupt keine Rolle, ob diese Dinge neu sind oder sich schon seit drei Monaten an der gleichen Stelle befinden. Völlig unwichtig ist auch, ob man ihn vorher fünf Minuten daran schnuppern lässt – sobald man daran vorbeitraben will, verdreht er direkt wieder die Augen und weicht zur Seite. Wenn es ums Springen geht und man die Cavalettis oder den Wassergraben anreitet, ist es übrigens nicht mehr dasselbe, das kennt man ja, da springt man schliesslich schon seit Jahren brav drüber. Aber Cavalettis die schon monatelang auf dem Platz stehen, nein, das überrascht ihn jedes Mal aufs Neue!
Besonders schlimm wird es aber im Gelände. Dort ist jeder Ast, jede Wurzel, jeder Haufen Erde, ja sogar jeder dunkler Fleck am Boden das Todesurteil. Augenverdrehen, zur Seite weichen, völlig aus dem Häuschen fallen – und das alle 10 Meter, wenn man einen schlechten Tag erwischt. Der gute Junge kann tatsächlich richtig anstrengend sein und hat mich mit seiner Macke schon mehrmals zur Weissglut getrieben. Glücklicherweise macht er seine Sache sonst wirklich super und ist bei der Arbeit ein Traum, da kann man ihm nie lange böse sein. Ausserdem lerne ich langsam, einfach darüber hinweg zu reiten und seine „schwachen Momente“ einfach zu ignorieren. Na ja, vielleicht lernt er es ja doch irgendwann noch!

 

Chupa hat keine einzige, grosse Macke sondern mehrere kleine. Beispielsweise kann sie einfach nicht stillstehen. Egal ob während dem Putzen, während dem Satteln, wenn man auf dem Pferd sitzt. Sie kann und will einfach nicht auf der Stelle stehen, ständig muss sie sich bewegen und rumtänzeln. Ich arbeite schon zwei Jahre daran, aber es wird und wird einfach kaum besser.
Was sie ausserdem von anderen Pferden unterscheidet, ist ihre Art ihr Kraftfutter zu fressen. Ich habe schon von anderen Pferden gehört, die es auch so machen, aber in unserem Stall ist sie die einzige. Erstens wird sie sobald sie das Futter im Trog hat so nervös, dass sie kaum mehr zu bremsen ist. Dann stürzt sie sich regelrecht darauf und wirft erstmal den halben Inhalt des Troges auf den Boden, wo das Futter sofort zwischen dem Einstreu verschwindet. Dann frisst sie den Rest gierig auf, dabei zieht sie immer ein Vorderbein an und rudert damit in der Luft herum. Sobald der Trog leer ist, muss sie etwa eine halbe Stunde das hinuntergeworfene Futter unter dem Einstreu suchen, aber das macht ihr anscheinend Spass.

 

Was beide Pferde liebend gerne machen, ist beim Putzen auf den Anbindestricken herumzukauen. Fragt mich nicht wieso, aber beide tun es und beide lieben es. (Ja, die Zähne sind bei beiden gemacht.)

 

Jetzt würde mich interessieren, was eure Pferde so für Macken haben! Hinterlasst doch einen Kommentar, ich würde mich wirklich freuen.

(Übrigens, natürlich liebe ich meine beiden Pferde und sie sind in meinen Augen perfekt, egal wie viele Ecken und Kanten sie haben.)

 

 

 

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