Meine Meinung zu Stilprüfungen

Meine Meinung zu Stilprüfungen

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Ich habe die Stilprüfungen nun hinter mir. Bevor ich angefangen habe, Stilprüfungen zu reiten, habe ich von vielen gehört, wie mühsam und unfair Stilprüfungen seien. Ich bin insgesamt 12 Stilprüfungen geritten, wobei ich 9 Platzierungen erreiten konnte.

 

Für alle die nicht in der Schweiz leben und das Turniersystem der Schweiz nicht kennen, empfehle ich meinen Blogpost dazu, den ihr HIER findet.

 

Grundsätzlich muss ich sagen, dass es eine tolle Erfahrung war. Ich würde jedem, der die Springlizenz erwerben möchte, empfehlen, sie über Stilprüfungen zu erreiten, sofern er und sein Pferd ein einigermassen harmonisches Paar abgeben. Der ausschlaggebende Punkt ist dabei für mich, dass man eine gewisse Routine über 100cm bekommt, die man nach der eintägigen Prüfung nicht hat. Die Parcours werden ab 100cm was die Linienwahl angeht deutlich anspruchsvoller, als in den tieferen Prüfungen. Trotzdem wird ab und an etwas Rücksicht genommen und schwierigere Sprünge werden meistens nicht ganz ausgebaut, was bei normalen R100-Prüfungen nicht oder nur selten der Fall ist. Gleichzeitig kann es natürlich auch ausgebaute Sprünge geben, alle Prüfungen die ich geritten bin waren jedoch was die Höhe anging fair und ausgeglichen gebaut.

 

Der grösste Unterschied zu normalen Prüfungen ist natürlich die Bewertung. Es wird nicht in erster Linie nach Hindernisfehlern und Zeit, sondern nach bestimmten Kriterien bewertet. Dabei gibt es jeweils 10 Punkte für das Tenue und die Vorführung, für die Linienwahl, die Hilfengebung, den Stil und für den allgemeinen Eindruck. Da es zwei Richter gibt, kann man insgesamt 100 Punkte erreichen. Pro Hindernisfehler gibt es 4 Punkte Abzug. Die höchste Punktzahl die ich erreichen konnte, waren 82 Punkte (zum Video).
Von vielen Freunden und Bekannten hörte ich, dass die Richter unfair und unfreundlich seien. Manchmal würden sie auch gar nicht richtig zuschauen und nach Lust und Laune bewerten. Natürlich kann es sein, dass ich mit meinen Richtern Glück hatte, aber grundsätzlich waren alle Richter bis auf zwei fair und haben korrekt bewertet.

 

Ärgerlich kann es werden, wenn man wegen ein oder zwei Punkten aus der Platzierung raus ist. Bei mir kam es vor, dass ich in der ersten Prüfung platziert war und in der zweiten knapp nicht mehr, obwohl ich persönlich den zweiten Ritt besser fand. Es lohnt sich allerdings nicht, sich darüber aufzuregen, denn erstens kann man es sowieso nicht ändern und zweitens ist es Geschmackssache – vielleicht ist man im zweiten Ritt etwas flotter geritten, der Richter mag es aber lieber ruhig. Dann hat man eben Pech gehabt und das einzige was man nach Hause nimmt, ist die Erfahrung. Genau so kann es einem aber auch in einer normalen Prüfung ergehen, wenn man eine Sekunde zu langsam ist oder die letzte Stange fällt.

 

Mein Fazit ist also, dass Stilprüfungen eine gute Sache sind und man daraus viel lernen kann. Wer mit seinem Pferd ein einigermassen harmonisches Paar abgibt, wird mit Sicherheit Erfolg haben. Schwierig wird es, wenn das Pferd unsicher ist, deshalb reiten die meisten an Stilprüfungen routinierte Pferde. Allerdings kann man auch auf einem jungen und/oder unerfahrenen Pferd, das sich im Parcours noch etwas ungeschickt anstellt platziert werden, denn es wird nicht das Pferd sondern der Reiter bewertet. Wenn er also die Fehler des Pferdes gut ausbügeln kann, steht ihm zur Platzierung nichts im Wege!

2 thoughts on “Meine Meinung zu Stilprüfungen

  1. Hi

    Für Leute die eben noch nicht so viel wissen, sind solche Artikel wie auf dieser Homepage sehr hilfreich, besonders Artikel wie „Turniersystem Schweiz (Springreiten)“ oder eben hier dieser Artikel „Meine Meinung zu Stilprüfungen“. Ich bin im Moment am Brevet dran. Ich habe noch eine Frage, sehe ich es richtig, dass wenn man die R-Lizenz über Stilprüfungen erreichen will, man bei 8 Prüfungen Platz 3, 2 oder 1 machen muss?

    LG
    Manuel

    1. Hallo Manuel
      Freut mich, dass ich dir helfen konnte! Nein man muss nicht die Podestplätze erreichen, man muss lediglich platziert sein, egal auf welchem Platz. 🙂 Viel Glück beim Brevet und liebe Grüsse
      Michelle

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