CS Sissach (27 & 28.8)

CS Sissach (27 & 28.8)

Auf den CS Sissach hatte ich mich schon länger gefreut, da ich an dieses Turnier sehr schöne Erinnerungen hatte. Im letzten Jahr konnten Amerzio und ich dort nämlich das R110 gewinnen – mein erster Sieg überhaupt! So freute ich mich sehr auf diese Turnierwochenende, das bei sommerlichen 30 Grad wirklich sehr schön ausfiel.

 

Samstag 27.8

Am Samstag fuhren wir mit Ustino aufs Turnier, um am Morgen in den zwei Prüfungen R100 zu starten. Auf diese  Prüfungen habe ich mich besonders gefreut, da Ustino im Moment einfach wahnsinnig toll ist und sich immer weiter verbessert. So habe ich in den Tagen vor dem Turnier weiter am Verkürzen und Verlängern der Galoppsprünge gearbeitet und hoffte, dies bei diesem Turnier umsetzen zu können.
Beim Abreiten war der Kleine wie schon die letzten Male super professionell, er war sehr konzentriert und hat toll mitgearbeitet. Auch im Parcours war er echt spitze. Der Boden war an manchen Stellen etwas rutschig, davon hat er sich aber überhaupt nicht beirren lassen und hat mir auch da geholfen, wo die Distanz nicht ganz perfekt war. Das rechne ich ihm wirklich hoch an – noch vor einigen Monaten wäre das nie denkbar gewesen! Wir konnten den Parcours ohne Fehler beenden und ich war wirklich sehr zufrieden mit der Runde. Leider waren wir wie schon so oft in letzter Zeit erster Nichtplatzierter. ;(
Vor dem zweiten Parcours war es dann schon ziemlich heiss, so dass wir nur noch wenige Sprünge gemacht haben. Ich bin dann wieder mit einem super Gefühl eingeritten und der Kleine war wieder der Hammer, trotz fast 30 Grad. Von Sprung 1 auf Sprung 2 hat er sich sogar ein paar Bocksprünge erlaubt, weswegen ich die Linie nicht so reiten konnte, wie ich eigentlich wollte. Auf den zweiten Sprung waren wir dann VIEL zu dicht, aber als hätte er gewusst, dass er schuld war, hat er einfach aus dem Stand abgedrückt und wir sind sogar ohne Fehler am anderen Ende angekommen. Der kleine Showman. 😀 Den Rest des Parcours fand ich super schön und flüssig. Am Wasser waren wir minimal dicht und da fiel die Stange, er hat sich wohl etwas festgeglotzt und vergessen die Füsse zu heben. Das kann passieren und ist absolut nicht schlimm, solange er alles so selbstverständlich springt bin ich glücklich! <3

 

 

Sonntag 28.8

Am Sonntagmorgen fuhren wir mit Clavaro los für zwei Prüfungen R110. Leider hatte es in der Nacht zuvor stark gewittert, so dass der Boden stellenweise nicht ganz optimal war. Ich war trotzdem optimistisch und der erste Parcours war auch wirklich sehr schön gestellt. Beim Abreiten war Clavaro butterweich an der Hand und hat sich auch gar nicht über die entgegenkommenden Pferde aufgeregt. So konnten wir einige tolle Sprünge machen, bevor es auch schon in die Prüfung ging. Leider hatten wir insgesamt drei Stangenfehler, die allesamt nicht hätten sein müssen. Das verzeihen wir Clavaro aber natürlich, denn ihm fehlt es doch noch deutlich an Muskelkraft und Routine. Die hohen Temperaturen und der rutschige Boden haben es ihm auch nicht gerade leichter gemacht. Alles in allem ist er sehr souverän gesprungen und deshalb war ich mit der Runde doch sehr zufrieden.
Vor der zweiten Prüfung haben wir auch mit ihm nicht mehr viel gemacht. Im Parcours habe ich es dann leider bei Sprung zwei verbockt. Ich habe keine Distanz gesehen und wollte ihn dann auf gross wegschicken. Er hat dann noch einen Galoppsprung reingehauen und ist voll in die Stange geknallt. Das tut mir echt mega leid. :(( In der Linie von Sprung sieben auf die Kombination hat er mir etwas nach links weggedrückt, ich habe ihn dann noch erwischt, aber da fiel dann wieder eine Stange. Alle anderen Sprünge fand ich wirklich perfekt und so bin ich sehr stolz auf ihn, er hat sich an diesem Turnier meiner Meinung nach super präsentiert! Die Stangenfehler kriegen wir auch noch raus, wenn er etwas mehr Kraft hat und ich ihn noch besser unterstützen kann.

 

 

Am Mittag ist mein Vater dann mit Clavaro nach Hause geflitzt, um gleich wieder mit Amerzio zurückzufahren. Bei den hohen Temperaturen wollten wir den beiden einfach nicht zumuten, den ganzen Tag im Hänger stehen zu müssen. Das war zwar etwas stressig für meinen Vater – bei dem ich mich für seine Mühe hier auch nochmal ganz herzlich bedanken möchte <3 – aber die Pferde waren ihm bestimmt dankbar!

 

So ging es am Nachmittag für Amerzio und mich zum ersten Mal nach dem Sturz wieder ins R120. Ich fand den ersten Parcours echt schön und beim Abgehen kamen mir die Sprünge auch gar nicht so wahnsinnig hoch vor. So setzte ich mich mit einem realtiv guten Gefühl auf Amerzio, der beim Abspringen auch wirklich top war. Er war schön weich an der Hand, liess sich gut vorwärts galoppieren und zog auch wieder etwas besser auf die Sprünge. Bis wenige Nummern vor unserem Start war ich überhaupt nicht nervös, dann kribbelte es aber doch so langsam. Glücklicherweise gelang es mir gut, mich einfach auf das Reiten zu konzentrieren und nicht zu viel nachzudenken. Mein einziges Ziel für die Prüfung war, nicht hinunter zu fallen und alle Sprünge einmal zu springen.  Und was soll ich sagen? Ziel erreicht!! Es war definitiv keine Runde fürs Auge, wir hatten ingesamt 26 Punkte – zwei Stops, Stangenfehler und Zeitfehler – aber DURCH! Als ich aus dem Parcours ritt, habe ich Amerzio zu Tode gelobt, mir war speiübel und ich bin erstmal in Freudentränen ausgebrochen, einfach weil ich so überglücklich war, dass wir durchgekommen sind. Ich glaube die anderen Reiter dachten, ich spinne komplett, dass ich mich über den definitiv schlechtesten Ritt des ganzen Starterfeldes so gefreut habe. 😀

Vor dem zweiten Parcours war ich dann relativ entspannt und überzeugt, dass die zweite Runde etwas besser laufen würde. Beim Abgehen wurde mir dann zwischenzeitlich doch wieder etwas mulmig, denn es war sowohl der Wassergraben, den Amerzio ja überhaupt nicht gerne springt, sowie eine Dreifache aufgebaut. Ich wusste aber wir konnten es schaffen und so versuchte ich ihn beim Warmreiten nicht zu müde zu machen. Mein Ziel war wieder, alle Sprünge einmal zu springen, wenn möglich mit einem etwas flüssigeren Galopp. Als es in die Prüfung ging, habe ich einmal tief durchgeatmet und bin ‚einfach geritten‘ – etwas, was mir seit dem Sturz bei Amerzio oft schwer fiel. Aber es hat diesmal suuper geklappt! Wieder war die Runde zum Zuschauen nicht wirklich schön und ich war ein paarmal hinter der Bewegung, weil ich manchmal noch etwas überwältigt bin von seiner Sprungkraft. Am Wassergraben hatten wir leider einen Stop, das war sehr ärgerlich, da die Distanz eigentlich super gepasst hatte. Da muss er einfach noch über seinen Schatten springen und ich muss lernen, ihm gar keine Chance zum Stoppen zu geben. Nach dem Wassergraben hatten wir den Rhythmus etwas verloren, so dass ich vor der Dreifachen einmal abgewendet habe. Über diese Entscheidung bin ich im Nachhinein sehr froh, denn so konnten wir sie beim zweiten Anlauf gut treffen und sind ohne Probleme durch den Rest des Parcours gekommen. Ich war wirklich überglücklich mit dem Resultat und konnte Amerzio gar nicht genug dafür danken, mich so gut durch die Prüfung getragen zu haben. Ich glaube, ich kann mit guten Gewissen sagen: WE ARE BACK! <3

 

 

Alles in allem war der CS Sissach für mich ein voller Erfolg, und das ohne eine einzige Platzierung. Alle Pferde waren absolut top und auch mit meiner eigenen Leistung bin ich ziemlich zufrieden. Klar, gerade im R120 sind mir noch einige doofe Fehler passiert und ich muss unbedingt vermehrt an meinem Sitz arbeiten, aber trotzdem hatte ich auf diesem Turnier zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder das Gefühl, dass ich Fortschritte gemacht habe. So auch meine Jungs, auf die ich wirklich unglaublich stolz bin. Ich freue mich schon auf das nächste Turnier in Obergerlafingen in zwei Wochen, wo wir wieder dreimal an den Start gehen werden!