CS Hasle-Rüegsau (6.4)

CS Hasle-Rüegsau (6.4)

Gestern sind wir am CS Hasle-Rüegsau in die Aussensaison gestartet! Ausserdem sind wir das erste Mal mit zwei Pferden auf Turnier gefahren. Es war ein ziemlich turbulenter und aufregender Tag, aber lest einfach selbst. Es tut mir Leid, dass es so ein riesen Bericht geworden ist, aber es gibt so viel zu erzählen!

 

Angefangen hat mein Tag indem ich um 8 Uhr in den Stall gefahren bin, um die Pferde fertig zu machen. Unsere erste Prüfung begann erst um 13.00, deshalb habe ich die Pferde für dieses Turnier eingeflochten. Normalerweise mache ich das nur für Stilprüfungen, weil es mir sonst einfach zu viel zu tun gibt. Gestern sahen aber beide Pferde so unfassbar gut aus, dass ich mir fast schon überlege, sie jetzt doch jedes mal einzuflechten! Auf jeden Fall habe ich den ganzen Morgen dafür gebraucht, die beiden herauszuputzen. Gegen Mittag wollten wir dann losfahren. Mein Vater hatte Amerzio bereits verladen und wollte dann Chupa einladen. Sie wollte leider wieder nicht in den Transporter, weshalb Amerzio dann nervös wurde. Er ist unerwartet im Transporter gestiegen und hat sich mit beiden Beinen auf den Trog gestellt. Glücklicherweise gibt es dort keine scharfen Kanten und er ist von selbst wieder runtergekommen. Das war ein Schock! So kennen wir ihn überhaupt nicht, normalerweise ist er im Transporter immer total gelassen. Als er sich dann beruhigt hat, haben wir weiter versucht, Chupa zu verladen. Da ist der dumme Kerl tatsächlich noch einmal auf den Trog gestiegen! Diesmal musste ihn mein Vater am Halfter zur Seite ziehen, aber wieder ist ihm nichts passiert. Wir haben ihn das aus- und Chupa zuerst eingeladen. Etwas verspätet konnten wir dann endlich losfahren.

Zu allem Elend mussten wir dann auch noch eine riesige Umleitung fahren, die uns Zeit kostete, die wir überhaupt nicht übrig hatten. Viel zu spät kamen wir dann auf dem Turnierplatz an, ich mit der Startnummer 2 musste mir den Parcours in wenigen Minuten merken und bin 5 Minuten vor Prüfungsbeginn erst aufgestiegen. Die arme Chupa hat die Welt nicht mehr begriffen, als ich auf den Abreiteplatz getrabt und dort direkt losgaloppiert bin. Ich weiss gar nicht, wieso ich überhaupt in den Parcours hineingeritten bin, Chupa ist definitiv noch nicht so weit, dass sie ohne vernünftiges Abreiten einen Parcours springt. So kam es beim ersten Sprung auch direkt zu einem Steher. Dann konnten wir bis zum vierten Sprung reiten, dort hat sie wieder verweigert, dann habe ich die Hand gehoben und habe aufs Weiterreiten verzichtet. Ich war super wütend auf mich selbst, ich hätte einfach gar nicht starten sollen! Naja, Pferd ausgeschrittet, abgesattelt und wieder in den Transporter gestellt, Amerzio herausgeholt, gesattelt und ab auf den Abreiteplatz. Dann hatte ich wenigstens Zeit, mir den Parcours noch einmal von der Seite anzusehen und mir die Wege zu überlegen. Eigentlich hatte ich nicht vor, eng zu reiten, mein Vater meinte dann aber, dass ich das mit Amerzio auf dieser Höhe auf jeden Fall kann. Ich habe mich dann entschlossen, fast alle Abkürzungen zu reiten, die man reiten konnte. Zuhause sind wir ab und zu enge Wendungen geritten, aber einen ganzen Parcours abzukürzen ist nochmal was anderes! Ich war dann dementsprechend nervös, aber beim Abreiten lief er so toll, dass ich fest entschlossen war, die engen Wege zu reiten. Ich bin also mit klopfendem Herzen in den Parcours geritten und konnte auch wirklich alle Wege so reiten, wie ich es mir vorgenommen hatte. Vor lauter Nervosität bin ich zwar überhaupt nicht mehr vorwärtsgeritten und habe jede zweite Distanz versemmelt, aber Amerzio hat mich immer wieder gerettet! Er hat mir jeden Fehler verziehen und hat uns auf den 3. Platz gebracht. Unglaublich dieses Pferd! Die Krönung war für mich dann, dass ich endlich eine berittene Siegerehrung reiten konnte – ihr könnt mir gar nicht glauben, wie lange ich das schon mal machen wollte, aber immer war unberitten, hmpf! 😀 Jedenfalls haben wir unsere Ehrenrunde genossen und Amerzio war total cool.

In der zweiten Prüfung hatte ich wieder eine frühe Startnummer, diesmal war Amerzio das erste Pferd. Beim Abgehen des Parcours habe ich mir wieder alle engen Wege angeschaut. Zu meiner Freude stand da als Sprung Nummer 7 tatsächlich eine Triplebarre, die weder ich noch Chupa jemals gesprungen sind. Mit einem etwas mulmigen Gefühl bin ich dann abgeritten, diesmal nicht mehr besonders lange, da Amerzio noch warm war von der vorherigen Prüfung. Diesmal bin ich im Parcours etwas mehr vorwärtsgeritten, wodurch dann der Absprungpunkt viel besser gepasst hat. Die Triplebarre war übrigens kein Problem, ich bin froh, dass ich auch da den engen Weg gewählt habe. Nach unserem Ritt hat Amerzio ein paar Freudensprünge gemacht, wie man im Video (ihr findet es auf Facebook) gerade so erkennen kann. Ich glaube er wusste, dass er gerade eine richtig gute Runde hingelegt hatte und dass wir auf dem 1. Zwischenrang waren. Wir waren in Führung bis die Siegerin der ersten Prüfung gestartet ist, sie hat uns dann leider um 0.22 Sekunden geschlagen und die Prüfung gewonnen. Es war aber ein absolut verdienter Sieg, sie und ihr Pferd waren so ein tolles Team!

Amerzio durfte dann in den Transporter, wo er schön ruhig war, wie wir es uns von ihm gewöhnt sind. Wir haben also ohne Bedenken Chupa fertiggemacht und ich habe ziemlich früh begonnen, sie abzureiten, da sie unruhig war. Nach einer Weile Schritt und Trab hat sie sich dann entspannt und ich hatte ein super Gefühl auf ihr. In der Zwischenzeit hat Amerzio wieder ausgetickt. Plötzlich hat mein Vater gesehen, dass ein Bein zum Transporter hinausguckt und ist sofort losgerannt. Der Dicke hat es in der Zeit aber geschafft, sich komplett zu befreien und aus dem Transporter zu SPRINGEN. Fragt mich nicht, wie er das gemacht hat, wir können es uns nicht erklären. Jedenfalls stand er dann seelenruhig grasend neben dem Transporter, ohne einen Kratzer. Er wird jetzt im Transporter ganz bestimmt nicht mehr aus den Augen gelassen! Ich bin unendlich froh, das nichts passiert ist.

Zurück zu Chupa: Beim Abspringen ist die Kleine wieder SO toll gesprungen! Sie hat richtig gut auf den Sprung gezogen und hat nie gezögert. Im Parcours ist sie ebenfalls super gesprungen. Bei Sprung 5 hat sie dann leider zweimal gestoppt, weil sie sich irgendwo festgeglotzt hat. Wo genau weiss ich nicht, jedenfalls ist sie beim dritten Anlauf gesprungen und wir sind den Parcours ohne weitere Probleme zu Ende geritten. Mit diesem Resultat bin ich absolut zufrieden. Wir sind noch nicht oft draussen gesprungen, es war das erste Turnier draussen und es gab sehr viel zu gucken. Sie ist das erste Mal eine Triplebarre gesprungen und hat dabei keine Sekunde gezögert. Sie hat ausser bei Nummer 5 auch bei keinem anderen Sprung gezögert und hat angenehm zum Sprung gezogen. Was will man mehr? Darauf können wir auf jeden Fall aufbauen, die Saison dauert noch lange.

Für die Siegerehrung habe ich Chupa genommen, damit wir Amerzio nicht extra noch einmal fertigmachen mussten. Chupa hat sich so toll benommen und hat überhaupt nicht rumgezappelt, als die Platzierten aufgerufen wurden und ihre Preise abgeholt haben. Sie hat sogar ein Hinterbein entlastet und hatte die Augen halb geschlossen, als hätte sie schon tausend Siegerehrungen miterlebt. Bei der Ehrenrunde konnte sie dann nochmal Gas geben, bevor auch sie in den Transporter zurück durfte und wir nach Hause gefahren sind.

 

Alles in allem war es ein schöner Tag, der mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird. Freitag (10.4) fahren wir auch schon wieder auf Turnier, aber nur mit Amerzio. Für Chupa steht bisher noch kein weiteres Turnier an, aber ich will auf jeden Fall möglichst bald auch mit ihr wieder losfahren.

 

Beim Abreiten

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Das kleine Muskelpaket in vollem Galopp bei der Siegerehrung

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