CS Grenchen (21.6.)

CS Grenchen (21.6.)

Eigentlich war der Plan ursprünglich, dass wir Chupa nach Grenchen mitnehmen um dort die Prüfungen B/R 90/95 mit ihr zu reiten. Da sie allerdings im Training wieder Unsicherheiten gezeigt hat und es so keinen Sinn gemacht hat, mit ihr auf Turnier zu fahren, haben wir uns entschlossen stattdessen Amerzio mitzunehmen.

 

Die Prüfungen starteten erst nachmittags, also hatte ich wunderbar Zeit, am Morgen alles zu putzen und das Pferd einzuflechten. Pünktlich konnten wir zum Turnier losfahren, so waren wir ziemlich früh dort und konnten uns direkt den Parcours ansehen. Der Parcours war absolut fair aufgebaut und gefiel mir sehr. Wir setzten uns für die erste Prüfung einen schönen Nullfehlerritt als Ziel. Da ich eine späte Startnummer hatte, konnten wir uns viele Paare ansehen, bevor wir Amerzio fertigmachten. Nachdem wir so lange warten mussten, wurde plötzlich alles stressig. Die Bodenpflege, die eigentlich nach der Hälfte aller Starter hätte durchgeführt werden sollen, wurde gestrichen. So verloren wir einige Minuten und ich konnte Amerzio nicht ganz so lange Warmreiten, wie ich es gerne getan hätte. Trotzdem sprang er wunderbar und ich hatte ein gutes Gefühl für die Prüfung. Die Prüfung lief sehr gut, auch wenn Amerzio durch das kurze Abreiten noch nicht ganz so weich war. Die Runde war meiner Meinung nach sehr gut, wir hatten ein gutes Grundtempo, kamen passend zu den Sprüngen und es sah allgemein locker und leicht aus. Kleine Fehler gab es allerdings. Nach Sprung zwei ist er mir im falschen Galopp gelandet, so kamen wir im Aussengalopp zu Sprung drei. Bei der Kombination waren wir ein klein wenig zu dicht, da hab ich den Moment für eine halbe Parade verpasst. Auf den letzten Sprung hat er mir ziemlich gezogen, allerdings geht das bei der Höhe in Ordnung und die Distanz war trotzdem passend. Zufrieden war ich mit der Wendung nach der Kombination, da kamen wir nach dem Sprung schnell weiter und ich konnte ihn gut durch die Wendung reiten. Nach dem Ritt waren wir auf dem 9. Platz und bis zur Platzierung gab es nur eine Reiterin, die schneller war, also landeten wir auf dem guten 10. Platz von über 50 Reitern.

 

 

Auch die zweite Prüfung war sehr schön gebaut. Es gab viele Abkürzungen, die ich alle einplante. Wir wollten diesmal auf eine der vorderen Platzierungen reiten. Da wir eine frühe Startnummer hatten, stieg ich nach der Parcoursbesichtigung sofort aufs Pferd. Ich bin Amerzio dann etwas Dressur geritte, wobei ich versucht habe ihn etwas weicher zu bekommen und ausserdem ein paar enge Wendungen geritten bin. Er war okay, allerdings bekam ich ihn an dem Tag nicht wirklich weg vom Gebiss, was sich auch in der Prüfung negativ auswirkte. Zum zweiten Sprung kamen wir mit einer grossen Distanz, allerdings ist er super abgesprungen. Ich war jedoch etwas hinter der Bewegung und habe mich nicht genug aufgerichtet, so dass er in der Linie ziehen konnte und wir an Sprung drei etwas dicht waren. Die enge Wendung nach Sprung drei war gut und wir kamen passend in die Kombination. Nach der Kombi kamen wir schnell zu Sprung fünf, auch da hat er mir aber wieder ziemlich auf den nächsten Sprung gezogen, so dass wir an Sprung sechs dicht waren. Eigentlich wollte ich nach Sprung 6 vor dem Oxer durchreiten, allerdings hatte ich alle Hände voll zu tun und deshalb habe ich diese Abkürzung wegfallen lassen. Der Rest des Rittes war dann sehr gut. Nach unserem Ritt waren wir einige Zeit in Führung, bis zur Platzierung gab es auch nur zwei schnellere Reiter und so erreichten wir den tollen 3. Rang!

 

 

Ich bin mit unserer Leistung im Grossen und Ganzen sehr zufrieden. Wir müssen unbedingt weiter daran arbeiten, dass er mir nicht davonrennt, allerdings ist das im Vergleich zur Anfangszeit schon wesentlich besser geworden. Über diese tieferen Höhen rennt er gerne drüber, weil es ihm natürlich auch nicht besonders schwer fällt. Trotzdem ist es vielleicht bald mal an der Zeit, ein etwas schärferes Gebiss auszuprobieren, damit ich weniger Kraft aufwenden muss. Weiter gefällt mir gar nicht, wie ich im Galopp mit meinem Oberkörper hin- und herschaukel, das muss ich mir dringend abgewöhnen! Mitnehmen will ich auf jeden Fall, wie ich die engen Wendungen reiten konnte. Da darf ich ruhig nach dem Einleiten der Wendung weitertreiben, das ist mir bei diesem Turnier zum ersten Mal gut gelungen.

 

Der CS Grenchen war wirklich ein sehr schönes Turnier. Die Halle war mit 20 x 50 Metern mit einer Beschränkung von max. 10 Reitern angenehm zum Abreiten, ausserdem wurden die nächsten Startnummern aufgerufen, so dass man immer wusste, wie lange man noch Zeit hatte. Neben der Abreithalle gab es einen 25 x 50 Meter grossen Platz, auf dem man die Pferde Warmreiten konnte. Das war wirklich sehr praktisch, da man zwischen den Prüfungen reiten konnte, ohne den Paaren in den Weg zu kommen, die einspringen wollten. Ausserdem hatte ich dort vor der zweiten Prüfung genügend Platz, um Dressur zu reiten, was sich meistens in einer vollen Abreithalle schwierig gestaltet. Der Turnierplatz, der 2014 umgebaut wurde, war mit tollem Boden und über 30 x 70 Metern absolut top! Die Parksituation war ebenfalls super. Zu bemängeln war lediglich der Zeitplan, die 2. Serie der 90/95er Prüfungen sollte nämlich ursprünglich um 15:00 Uhr, nur zwei Stunden nach dem Start der ersten Serie, beginnen. Da hatten sie sich ziemlich verschätzt und mussten über eine Stunde Verspätung einbüssen.

Von mir gibt es für den Concours Grenchen 4 von 5 Sternen! Wir werden wenn möglich im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder auf dem Turnier anzutreffen sein. >Hier< geht’s zur Seite des Reitsportzentrums Kronwall.

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