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Kategorie: Informatives

Das erste Turnier

Das erste Turnier

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Das erste Turnier ist etwas besonderes und soll möglichst gut in Erinnerung bleiben. Damit der erste Turniertag aber nicht in einem völligen Chaos und einer grossen Enttäuschung endet, gilt es einige Dinge zu beachten.

 

1. Der Papierkram

Bevor ihr euer erstes Turnier überhaupt nennen könnt, müsst ihr den Papierkram erledigen. Das heisst z. B. in der Schweiz, dass das Pferd im Sportpferderegister eingetragen und einen Pferdepass mit korrekten Impfungen besitzen muss. In Deutschland wird es ähnlich sein. Am besten fragt ihr euren Trainer, einen Stallkollegen oder lest im Internet nach, was ihr alles beachten müsst.

 

2. Überfordert euch nicht

Wichtig für ein gutes Gelingen ist, euch und euer Pferd nicht zu überfordern. Nennt eine tiefe Prüfung, am besten sogar tiefer, als ihr im Training springt. Wenn ihr wisst, dass ihr die Höhe locker schafft, gibt euch das eine zusätzliche Sicherheit.

 

3. Vorbereitung ist das A und O

Wichtig ist, dass ihr auf das Turnier gut vorbereitet seid. Das heisst bestenfalls ihr nehmt bereits über einen Zeitraum von mehreren Wochen regelmässig Springunterricht und seid ein harmonisches Paar. Es muss nichts perfekt sein, aber ihr müsst euch sicher fühlen und einen ganzen Parcours fehlerfrei durchreiten können. Dabei solltet ihr euer Pferd unter Kontrolle haben, das heisst der Reiter bestimmt das Tempo und die Linienwahl. Zu einer guten Vorbereitung gehört auch, dass ihr auf verschiedene Plätze fahrt und auswärts trainiert. Gerade wenn das Pferd ebenfalls unerfahren ist, sollte man ihm unbedingt auch andere Plätze und Sprünge zeigen, allerdings schadet das auch erfahrenen Pferden nicht. Es gibt Springplätze auf denen man als Auswärtiger jeden Tag trainieren kann, andere haben bestimmte Tage, an denen der Platz Fremden zur Verfügung steht. Natürlich ist das ganze nicht kostenlos und setzt Transportmöglichkeiten voraus, aber es lohnt sich wirklich.

 

4. Die Sache mit dem Einsteigen

Was unbedingt vor dem Turnier geübt werden muss, ist das Einsteigen in den Hänger. Dabei sollte man nicht darauf vertrauen, dass der Vorbesitzer einem gesagt hat, das Pferd steige brav ein – das sagen sie nämlich alle. Überzeugt euch selbst davon, dass euer Pferd brav einsteigt und entspannt im Hänger steht. Falls es bockig ist und nicht in den Hänger will, werdet ihr ein paar Tage üben müssen, bis ihr bereit seid, um am Turniertag ohne Stress verladen zu können. Beachtet auch die Tageszeit zu der ihr losfahren müsst, denn ob es beim Verladen dunkel oder hell ist, kann ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es nichts stressigeres gibt, als ein Pferd, was um 6 Uhr morgens nicht in den Hänger steigen will. Ein schlechter Start in den Turniertag ist mühsam und sollte möglichst vermieden werden.

 

5. Nehmt einen Helfer mit

Was ihr auf eurem ersten Turnier unbedingt braucht ist ein Helfer. Das kann euer Trainer sein, ein Familienmitglied, ein Freund … Am hilfreichsten ist eine Person, die Turniererfahrung hat und mit Pferden umgehen kann. Eine Person die nicht weiss, wo beim Pferd vorne und hinten ist oder sich im besten Fall vor dem Tier fürchtet, kann euch auf dem ersten Turnier leider nicht wirklich behilflich sein. Wer es sich zutraut kann natürlich auch alleine fahren, allerdings muss man bedenken, dass man beispielsweise beim Abspringen auf fremde Hilfe angewiesen ist.

 

6. Erwartet nichts!

Ganz, ganz wichtig ist, dass ihr euch selbst keinen Druck macht. Erwartet keine Platzierung, denkt nicht, dass ihr unbedingt fehlerfrei durchreiten müsst. Fragt eure Stallkollegen nach ihren ersten Turnieren – lustige, vielleicht auch etwas peinliche Geschichten erwarten euch. Nehmt die Sache nicht zu ernst, denn es kann immer sein, dass euer Pferd auf Turnier ganz anders ist, als zuhause. Seht das Turnier einfach als eine Übung an, an der ihr erkennt, woran ihr noch arbeiten müsst. Niemand wird von euch erwarten, dass ihr mit Schleifen tapeziert nach Hause kommt. Ihr solltet Spass haben und die schöne Turnieratmosphäre geniessen.

 

Was ihr auf Turnier auf keinen Fall machen solltet könnt ihr hier lesen: „No Go’s auf Turnier“

Vom Angsthasen zum Verlasspferd – Tipps gegen Unsicherheit im Gelände

Vom Angsthasen zum Verlasspferd – Tipps gegen Unsicherheit im Gelände

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Viele Pferde sind im Gelände unsicher und schreckhaft. Dadurch werden auch ihre Reiter ängstlich und plötzlich ist man sich gar nicht mehr sicher, wer sich eigentlich mehr vor der alten Badewanne auf der Kuhweide, den Holzhaufen am Wegrand oder den entgegenkommenden Kinderwägen fürchtet. Je nach Reaktion ist die Angst grösser oder kleiner – wenn ein Pferd nur ‚einfach nicht vorbei will‘, ist das weitaus weniger gefährlich, als wenn ein Pferd direkt kehrt macht und blind losrennt. Chupa beispielsweise hatte früher schreckliche Angst vor Kühen und ist dann oft gestiegen. Heute kann ich am langen Zügel an einer Kuhweide vorbeilaufen und muss mir keine Sorgen machen, dass sie sich erschrecken könnte. Für Amerzio kann im Gelände alles gefährlich sein, vor allem aber alles, was am Boden liegt. Trotzdem kann ich beim Ausreiten entspannen, weil ich weiss, dass ich ihn immer unter Kontrolle habe und wie ich reagieren muss. Damit auch ihr im Gelände sicher werdet und Ausritte geniessen könnt, habe ich Tipps für Pferd und Reiter zusammengefasst, die euch auf dem Weg zum entspannten Ausreiten helfen sollen.

 

1. Zu zweit ins Gelände

Junge und unerfahrene Pferde gewöhnt man am besten ans Gelände indem man zu zweit ausreitet. Dabei ist wichtig, dass das zweite Pferd ruhig ist und von einem sicheren Reiter geritten wird, da sich die Pferde sonst gegenseitig verunsichern können. Eine Begleitung zu haben gibt aber nicht nur dem Pferd Sicherheit, sondern auch dem Reiter. Das Pferd kann sich am Kumpel abschauen, ob eine Situation gefährlich ist oder nicht. Signalisiert ihm der Kumpel keine Aufregung, bleibt es wesentlich ruhiger und lernt so von Beginn an, dass man auch neben Planen, Regenschirmen und so weiter cool bleiben kann. Ein nervöser Reiter kann von scheinbar gefährlichen Situationen abgelenkt werden, wodurch auch das Pferd automatisch ruhiger bleibt. Für viele ist es ausserdem beruhigend, dass bei einem Unfall sofort jemand zur Stelle wäre, der entsprechend handeln kann, sollte man dazu selbst nicht in der Lage sein. Zu zweit auszureiten macht abgesehen von der zusätzlichen Sicherheit übrigens auch super viel Spass! Sollte sich kein Ausreitpartner finden, kann ein Reiter auch problemlos von einem Radfahrer oder Spaziergänger begleitet werden, wobei das Tempo natürlich etwas angepasst werden muss.

 

2. Einen kühlen Kopf bewahren

Super wichtig ist es als Reiter immer möglichst ruhig zu bleiben. Wer schon panisch wird, sobald er eine ungewohnte Situation kommen sieht, wird ganz sicher Probleme bekommen. Es ist unglaublich, wie schnell Pferde die Ängste ihres Reiters bemerken und entsprechend selber Angst bekommen. Hingegen bleiben Pferde ruhiger, wenn der Reiter ihnen signalisiert, dass alles in Ordnung ist. Um ruhig zu bleiben tief und ruhig atmen, den Sitz von oben bis unten kontrollieren, im Rücken locker bleiben, Hände ruhig halten und die Beine mit etwas Druck am Pferd lassen. Ausserdem jegliche negative Gedanken aus dem Kopf löschen und positiv denken: Wir schaffen das!
Zu diesem Punkt gehört auch, dass man die Geduld bewahren muss, wenn das Pferd beispielsweise an einer Stelle nicht vorbei will. Manchmal muss man fünf Minuten probieren, bis das Pferd sich ein Herz fasst und vorbeiläuft. Das mag mühsam sein, allerdings ist es kontraproduktiv, dem Pferd Druck zu machen und ungeduldig oder wütend zu werden.

 

3. Regelmässig Ausreiten

Je regelmässiger man ausreitet, desto selbstverständlicher wird es für Pferd und Reiter. Auch wenn es anfangs Überwindung kostet, sollte man sich mindestens einmal pro Woche ins Gelände begeben, da es für Pferd und Reiter eine tolle Abwechslung ist. Wer nur selten ausreitet und jedes mal mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert wird, hat viel mehr Stress als jemand, der wöchentlich oder sogar mehrmals pro Woche ins Gelände geht. Die Pferde gewöhnen sich mit der Zeit daran, sich auch von neuen Dingen nicht beeindrucken zu lassen. Das ist übrigens nicht nur im Gelände sondern auch auf dem Turnierplatz sehr nützlich, da man auch dort häufig auf neue Situationen trifft.

 

4. Nicht ausweichen, flüchten oder abbrechen

Einen grossen Fehler, den leider einige Reiter begehen, ist vor Situationen auszuweichen, in denen sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wer zum Beispiel ein Pferd hat welches sich vor Hunden fürchtet und jedes Mal kehrt macht, sobald ihm ein Hund entgegen kommt, programmiert sein Pferd darauf, dass man vor Hunden weglaufen muss. Er signalisiert seinem Pferd quasi „Achtung, gefährliche Situation, flüchten!“ Stattdessen sollte man ruhig bleiben und das Pferd entspannt neben dem Hund vorbeireiten. Auch wenn es sich vor einer bestimmen Sache, beispielsweise einer Bank oder einem Holzhaufen immer wieder erschreckt und nicht vorbei will, sollte man seinen Reitweg so wählen, dass man der ‚Gefahr‘ regelmässig begegnet, bis das Pferd sich daran gewöhnt.
Ein riesiger Fehler ist auch, aufzugeben und nach hause zu reiten, wenn das Pferd irgendwo nicht vorbei will. Wenn man einmal daran vorbei will, muss man so lange üben, bis man auf der anderen Seite ist. Vorher darf man nicht aufgeben, denn je öfter man die Angst gewinnen lässt, desto schwieriger hat man es beim nächsten Mal. Dabei sollte man nicht grob und hektisch werden, sondern muss ruhig und konsequent bleiben.

 

5. Nicht absteigen (oder nur im äussersten Notfall)

In diesem Punkt werden sich wahrscheinlich nicht alle mit mir einig sein. Jedoch bin ich der Meinung, dass man im Gelände grundsätzlich nie aus dem Sattel steigen sollte. Dazu kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen, dass ich in meinem ganzen Reiterleben noch NIE im Gelände abgestiegen bin, um mein Pferd zu führen. Trotzdem bin ich aber durch jede Situation durchgekommen. Ein Pferd muss während dem Reiten genau so viel Vertrauen haben, wie wenn ich es führe und es ist keine Lösung, sich jedes Mal aus dem Sattel zu schwingen, wenn Flicka nicht will. Ein Beispiel aus der Praxis: An einem Stall an dem ich früher geritten bin (für Interessierte: Meine Reitgeschichte Teil 1) gab es einige Mädchen, die bei jeder Gelegenheit sofort vom Pferd gehüpft sind. Natürlich haben die Pferde verstanden, dass sie nur einmal mit den Ohren wackeln müssen und schon steigt der Reiter ab. Wenn man sie dann mal vorbei reiten wollte, waren sie total bockig. Man schafft sich damit also nur selbst Probleme und es gibt genug Momente, in denen man nicht einfach Absteigen kann.
Zusätzlich sehe ich es als viel gefährlicher an, neben einem Pferd zu gehen als auf einem Pferd zu sitzen. Gerade wenn sich das Pferd fürchtet, ist man im Sattel viel sicherer als neben ihm. Unsere Lieblinge sind Fluchttiere, das heisst, dass sie bei Gefahr flüchten und ganz bestimmt nicht mehr auf die zarten Füsse des Menschen achten. Sie schrecken auch nicht davor zurück, ihn umzurennen wenn er am falschen Ort steht. Natürlich machen sie das nicht aus bösem Willen und einige mögen ihre Pferde vom Boden aus an allem vorbeiführen können. Ich sehe es allerdings so an, dass man sich damit nur unnötig selbst in Gefahr bringt und am Ende verletzt auf dem Weg sitzt, während das Pferd über alle Berge ist.

 

6. Gucken lassen

Häufig hat man das Gefühl, man müsse an etwas Gefährlichem möglichst schnell vorbei und es weit hinter sich lassen. Viel effektiver, als sein Pferd nur daran vorbei bringen zu wollen, ist es aber, dem Pferd die vermeintliche Gefahr in aller Ruhe zu zeigen. Dabei dürfen die Zügel auch mal lang werden und das Pferd darf den Hals danach ausstrecken. Ohne stark Druck zu machen kann man seinem Pferd so Dinge zeigen und es wird schnell merken, dass die Gefahr eigentlich ganz harmlos war. Amerzio läuft zum Beispiel nicht gerne durch Pfützen. Nachdem es stark geregnet hat war auf einem Waldweg eine Stelle überschwemmt. Die Pfütze war mehr als einen Meter breit und zwanzig Zentimeter tief. Zusätzlich kam von der rechten Seite ein kleines Bächlein in die Pfütze. Anstatt ihn darüber springen zu lassen wie sonst oft, habe ich ihn diesmal langsam an die Pfütze heran und schliesslich hinein geführt. Als er mit den Vorderhufen mitten im Wasser stand, habe ich die Zügel lang gelassen. Er war zuerst skeptisch und hat sich das Wasser und das Bächlein genau angeguckt. Nach wenigen Augenblicken hat er dann aber mit dem Wasser zu spielen und zu plantschen begonnen! Auf dem Heimweg mussten wir noch einmal durch eine lange Pfütze und er ist ohne zu zögern sofort durchgelaufen.

 

7. Gerte und Sporen zuhause lassen

Bei einigen Pferden mag es unumgänglich sein, aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Gerte und Sporen im Gelände nichts verloren haben. Beim Ausreiten sollen sich Pferd und Reiter entspannen und Spass haben. Man sollte sein Pferd wenn es sich fürchtet sowieso nicht mit einer Gerte nach vorne jagen. Die Sporen für das Verfeinern der Hilfen sind im Gelände ebenfalls nicht nötig, dort werden selten Lektionen geritten. Statt diesen üblichen Hilfsmitteln sollte man viel lieber auf die Stimmhilfe zurückgreifen. Viele Reiter (auch ich) vergessen immer wieder, dass die Stimme einen grossen Einfluss auf das Pferd haben kann. Ein paar ruhige Worte reichen aus, damit sich das Pferd entspannt und auf den Reiter konzentriert. Ähnlich verhält es sich, wenn man sein Pferd krault. Man kann ohne die Zügel loszulassen den Hals und den Widerrist kraulen, wodurch die meisten Pferde sofort ruhiger werden.

 

Wer mehr übers Ausreiten lesen möchte, dem empfehlen ich DIESEN Blogpost.

 

Turniersystem Schweiz (Springreiten)

Turniersystem Schweiz (Springreiten)

Bald beginnt für mich die Turniersaison. Da ich, wie ihr wohl wisst, aus der Schweiz bin, viele meiner Leser aber aus Deutschland kommen, dachte ich, es könnte ganz praktisch sein, wenn ich euch mal das Turniersystem der Schweiz erkläre!

 

Voraussetzungen für einen Turnierstart

Pferd: Jedes Pferd, welches auf Turnier vorgestellt wird, muss im Pferdesportregister eingetragen sein.

Reiter: Um auf Turnier fahren zu können, muss man das Reitbrevet absolviert haben. Damit kann man allerdings nur bis zur Höhe von 105cm starten. Für alle höheren Prüfungen braucht man die Springlizenz.

 

Reitbrevet und Springlizenz

Reitbrevet: Beim Reitbrevet handelt es sich um eine Grundausbildung. Es gibt einen praktischen sowie einen Theorieteil, auf die man in einigen Trainings- und Theoriestunden vorbereitet wird. An der Prüfung reitet man in einer Gruppe zwei Richtern einfache Dressuraufgaben vor und springt über zwei Sprünge. Es geht vor allem um Kontrolle und Sicherheit, alles andere ist nicht sonderlich wichtig. Der theoretische Teil umfasst alle grundlegenden Dinge, über die man im Umgang mit Pferden Bescheid wissen sollte, beispielsweise Fütterung, Haltung, das Pferd korrekt führen, es für das Reiten fertigmachen, die wichtigsten Krankheiten und grob die Anatomie.

 

Springlizenz: Die R-Lizenz muss jeder absolvieren, der höher als 105cm springen will. Dabei gibt es zwei Wege, wie man sie erlangen kann. Der eine Weg führt über Stilprüfungen (mehr dazu weiter unten), der zweite Weg führt über eine eintägige Prüfung. Bei dieser Prüfung reitet man ein Dressurprogramm und springt einen Parcours, ausserdem gibt es wie beim Brevet einen Theorieteil. Die Springlizenz ist um einiges anspruchsvoller als das Reitbrevet, hier ist die korrekte Ausführung der Lektionen und ein schöner, harmonischer Parcours das A und O. Mit der R-Lizenz kann man von 100cm bis 1350cm starten. Die Steigerung der R-Lizenz ist die N-Lizenz, mit der man bis zur Höhe 155 starten kann. Ausserdem ist es einem mit der N-Lizenz auch möglich, im Ausland Turniere zu reiten.

 

Die häufigsten Prüfungsarten

Wertung A

Hier werden alle Fehler (Stangenfehler, Verweigerung, Zeitüberschreitung) mit einer gewissen Anzahl Punkten bestraft, also ganz normal. Es gibt aber verschiedene Formen.

 

Wertung A mit Zeitmessung: Es gewinnt, wer mit den wenigsten Fehlerpunkten und der schnellsten Zeit ins Ziel kommt. Diese Prüfung ist wirklich am häufigsten.

Wertung A ohne Zeitmessung: Es gewinnt, wer mit den wenigsten Fehlerpunkten ins Ziel kommt, die Zeit ist nicht massgebend. Wenn mehrere Konkurrenten gleich wenig (normalerweise natürlich null Fehler) haben, sind sie alle auf dem ersten Platz.

Wertung A mit Stechen: Alle Konkurrenten, die einen fehlerfreien Ritt hingelegt haben, treten in einem Stechen noch einmal gegeneinander an. Ein Stechen ist ein verkürzter Parcours der meistens möglichst fehlerfrei und schnell geritten werden muss.

Wertung A mit Siegerrunde: Die Siegerrunde ist grundsätzlich gleich wie ein Stechen, nur werden die Punkte aus dem Normalparcours mitgenommen. Ausserdem sind max. 30% aller Gestarteten zu der Siegerrunde zugelassen.

 

Wertung C

Bei Wertung C werden die Fehlerpunkte in Sekunden umgewandelt. Es gewinnt also wer die schnellste Zeit hat.

 

Zweiphasenspringen

Es gibt eine erste und eine zweite Phase des Parcours. Wer in der ersten Phase null Fehler hat, reitet weiter in die zweite Phase. Für Reiter, die in der ersten Phase Fehlerpunkte bekommen, ist die Prüfung vorbei, sie brechen nach der ersten Phase ab. Auch hiervon gibt es verschieden Arten, es ist beispielsweise möglich, dass die Zeit nach der ersten Phase weiter läuft oder dass die Zeit in der zweiten Phase neu beginnt. Am häufigsten ist jedoch die erste Form.

 

Stilprüfung

Die Stilprüfungen sind für mich dieses Jahr sehr wichtig. Wie oben geschrieben führt ein Weg, die R-Lizenz zu kriegen, über Stilprüfungen. Bei Stilprüfungen wird der Reiter von zwei Richtern bewertet, wobei der erste Richter die Note für Führung und Einwirkung gibt, der zweite Richter die Note für den Sitz und beide zusammen eine Note für den Gesamteindruck. Die Stilprüfung gewinnt, wer die höchste Punktzahl (maximal 100) erreicht. Fehlerpunkte werden werden der Note abgezogen und die Zeit entscheidet, wenn zwei Konkurrente die gleiche Punktzahl haben. Für jede Klassierung bekommt man von den Richtern eine Unterschrift und insgesamt braucht man acht davon, um die R-Lizenz zu erhalten. Stilprüfungen reitet man also nur, wenn man die Lizenz will, später nicht mehr. Trotzdem habe ich sie einfach auch mal zu den ‚häufigsten Prüfungsarten gezählt‘, da sie für mich eine zentrale Rolle in dieser Saison spielen.

 

Bezeichnung der Höhe/Stufe

Auch die Bezeichnungen sind in der Schweiz anders als in Deutschland. Während man in Deutschland mit Buchstaben und Sternen bezeichnet, wie schwer und hoch die Prüfung ist, funktioniert das in der Schweiz mit einer Abkürzung und einer Zahl.

Die drei wichtigsten Abkürzungen:

B  = Brevet

R = R-Lizenz

N = N-Lizenz

 

Dieser Buchstaben sagt also aus, wer berechtigt ist, in der Prüfung zu starten. Es können auch mehrere Abkürzungen vorkommen, B/R und R/N beispielsweise.

 

Auf den Buchstaben folgt eine Zahl. Die Zahlen gehen von 65-155 und bezeichnen die Höhe der Sprünge. Höhere Hindernisse gibt es im Parcours nicht.

 

Beispiele:

B/R105 = Reiter mit Brevet oder R-Lizenz sind startberechtigt, die Höhe ist 105cm

R/N 130 = Reiter mit R-Lizenz oder N-Lizenz sind startberechtigt, die Höhe ist 130cm

 

Sonstiges

Meistens werden zwei Prüfungen hintereinander ausgeschrieben, die man beide reiten muss. Zum Beispiel R110/115 oder R130/135. Man kann seine Prüfungen also häufig nicht frei über den Tag verteilen, sondern reitet nacheinander zwei Prüfungen.

Das Nenngeld muss man bei der Anmeldung bezahlen. Man bekommt es nicht zurück, wenn man eine Prüfung nicht reitet.

Für jede Platzierung gibt es Gewinnpunkte. Der erste Rang erhält am meisten Punkte, der letzte Platzierte am wenigsten. Je höher die Prüfung, desto mehr Gewinnpunkte gibt es. Beide, der Reiter und das Pferd, erhalten diese Gewinnpunkte. Für Pferde gibt es eine Beschränkung in Prüfungen, so darf ein Pferd mit 5000 Gewinnpunkten beispielsweise nicht mehr in  Prüfungen unter 125cm starten.

Es gibt die Möglichkeit, horse-concours (hc) zu reiten. So kann man auch in Prüfungen starten, für die das Pferd zu viele Gewinnpunkte hat. Allerdings ist es so nicht möglich, platziert zu werden.

15 Fakten über mich

15 Fakten über mich

Ich dachte, es ist mal an der Zeit, dass ihr mich etwas besser kennenlernt. Darum gibt es in diesem Artikel 15 Fakten über mich, die ihr wahrscheinlich noch nicht gekannt habt!

 

  1.  Mein erstes Springturnier bin ich mit Chupa Chup Anfang Herbst 2013 geritten. Es war auch für sie das erste Turnier! Demnach war das Resultat, wir sind leider nicht durch den Parcours gekommen und mit 3 Verweigerungen abgeklingelt worden.
  2. Ich bin eine Frühaufsteherin. Lange Ausschlafen kann ich gar nicht, am Wochenende wache ich spätestens um 8 Uhr auf.
  3. Früher bin ich mit dem weissen Pony Zora, das ihr vielleicht aus den Blogposts über meine Reitgeschichte kennt, Reiterspiele/Gymkhanas geritten. Das erste Gymkhana haben wir direkt gewonnen! Auch danach ging es mit Siegen weiter, wie oft ich genau gewonnen habe, weiss ich aber nicht mehr.
  4. Ich habe früher jeden Tag gelesen. Heute lese ich nicht mehr regelmässig, aber sobald ich ein gutes Buch in die Hand bekomme, kann ich es nicht mehr weglegen.
  5. Nebst unseren Pferden haben wir noch Katzen, Kaninchen, Hühner, Fische und eine Rennmaus (die zweite ist leider gestorben).
  6. Um fürs Reiten fit zu sein tanze ich vier Stunden in der Woche. Ausserdem fahre ich jeden Tag 25-50 Minuten Fahrrad.
  7. Durch Freundinnen habe ich Serien vor kurzem für mich entdeckt. Ich schaue liebend gerne vor dem Schlafengehen eine Episode. Gerade bin ich bei der fünften Staffel von Vampire Diaries. Wenn ihr gute Serien kennt, die ich unbedingt sehen muss, lasst einen Kommentar da!
  8. Englisch ist meine Lieblingssprache. Es ist mein Ziel, die Sprache irgendwann fliessend sprechen, lesen und schreiben zu können. Weil es eine tolle Möglichkeit ist, die Sprache besser zu lernen, schaue ich Serien auf Englisch und lese englische Bücher.
  9. Mathematik und Physik sind meine Hassfächer. Sie langweilen mich und ich kann nicht einsehen, warum man so komplizierte Dinge lernen muss, wenn man sie später sowieso nicht braucht. Grr! Von mir aus könnte man diese Fächer gerne abschaffen.
  10. Ich bin nur 1.60m, darum sieht Amerzio mit einem Stockmass von 1.74m ziemlich gross aus. Chupa passt da besser, sie misst nur etwa 1.62m.
  11. Früher war meine Lieblingsfarbe bordeaux, im Moment habe ich aber keine Lieblingsfarbe.
  12. Ich bin im ersten Jahr des Gymnasiums. Ich habe also noch drei Jahre vor mir, bevor ich studieren werde.
  13. Ich weiss noch nicht, was ich studieren will. Früher war mein Traumberuf immer Tierarzt, aber jetzt nicht mehr.
  14. In der Schule bin ich ziemlich gut und ich habe das Glück, dass ich schnell lernen kann. Das meiste lerne ich im Unterricht, so, dass ich zuhause nur selten etwas machen muss und mehr Freizeit habe. Anders hätte ich viel weniger Zeit für meine Hobbys und meine Freunde.
  15. In drei Wochenn fahren wir auf erste Turnier in diesem Jahr! Ich reite zwei Stilprüfungen über 100cm. Wir werden nur mit Amerzio fahren, da wir uns den Stress mit zwei Pferden noch nicht antun wollen. Ausserdem wollen wir Chupa noch etwas Zeit geben, sich wieder an die Höhe zu gewöhnen, bevor wir sie auch mitnehmen.
Reitbeteiligungen

Reitbeteiligungen

Meine persönliche Meinung zum Thema Reitbeteiligungen ist gespalten. Ich habe bereits einige negative Geschichten gehört und gelesen, die mich ziemlich abgeschreckt haben. Andererseits weiss ich, dass es viele Pferdebesitzer gibt die mit ihren Reitbeteiligungen sehr zufrieden sind und ihrem Pferd sonst schlichtweg nicht gerecht werden könnten.

 

Eine Reitbeteiligung scheint für mich dann sinnvoll, wenn man seinem Pferd wegen der Ausbildung oder sonstigen Umständen, für eine gewisse Zeit selbst nicht ausreichend bewegen kann. Was für mich eher weniger Sinn macht ist, wenn man sich ein Pferd anschafft, obwohl man genau weiss, dass man selber nicht genug Zeit dafür hat und die Reitbeteiligung von Anfang an notwendig ist. In diesem Falle sollte man aus meiner Sicht besser auf das eigene Pferd verzichten und sich selbst als Reitbeteiligung anbieten.

 

Für mich persönlich käme es nicht in Frage, für meine Sportpferde eine Reitbeteiligung zu suchen. Das hat mehrere Gründe. Einer ist, dass ich es nicht mag, wenn andere Reiter (ausser natürlich Bereiter/Trainer) meine Pferde reiten, da sie sich danach immer etwas anders anfühlen. Das kommt einfach daher, dass jeder Reiter ein bisschen anders reitet und sich die Pferde ziemlich schnell daran anpassen. Wenn ich mich dann draufsetze, kommt es gerne zu Verwirrungen und ungewohnten Reaktionen. Ein zweiter Grund ist, dass mir meine Pferde heilig sind und ich wahrscheinlich nie ein gutes Gefühl hätte, wenn jemand sie reitet, den ich nicht 100% kenne. Ich hätte das Verlangen, der Reitbeteiligung andauernd über die Schulter schauen zu müssen, damit sie ja nichts mit meinen Pferden anstellt, das ich nicht möchte. Drittens, ich könnte mir nie, nie, nie verzeihen, wenn einem meiner Pferde etwas zustösst. Egal, ob es ein Unfall ist, der bei mir genauso hätte passieren können, ich hätte für immer ein schlechtes Gewissen. Viertens, ich habe das Glück, dass beide Elternteile reiten und mich tatkräftig unterstützen, so, dass alle meine Pferde täglich geritten werden, auch wenn ich nur für eines Zeit habe. Ich brauche also auch in stressigeren Zeiten keine Reitbeteiligung, was ich sehr schätze.

 

Das einzige Pferd, bei dem ich es okay finden würde, wenn eine Reitbeteiligung sie einige Male unter der Woche reitet, ist Ronja. Das aus dem einfach Grund, dass sie nicht im Sport aktiv ist und es daher nicht so schlimm ist, wenn sie nicht einwandfrei läuft. Trotzdem würde ich mir keine fremde Person suchen, sondern eine Freundin oder eine Bekannte.

 

Wie steht ihr zum Thema Reitbeteiligung? Hattet ihr vielleicht selbst schon eine? Über Kommentare würde ich mich freuen!

Chupas Hufprobleme

Chupas Hufprobleme

Chupa hat von Natur aus nicht besonders gute Hufe. Vorne hat sie unterschiedliche Hufe, eines ist ein Bockhuf und das andere ist breiter als normal. Sie sind zudem sehr empfindlich und wachsen unglaublich langsam. Wir hatten dieses Jahr einige Probleme damit, auf die ich in diesem Blogpost näher eingehe.

 

Vernageln und Versagen des Hufschmiedes

Als wir letztes Jahr in den Skiferien waren, bekamen wir einen Anruf, dass Chupa lahm sei. Der Tierarzt kam, zog einen Nageln raus auf den sie reagierte und schon war es etwas besser, aber noch lange nicht gut. Der Hufschmied hatte einen Nagel nicht richtig eingeschlagen, er war zu nahe am lebendigen Teil des Hufes. Beim Röntgen stellte sich dann heraus, dass der Hufschmied doch tatsächlich bei beiden Vorderhufen je einen Nagel nicht korrekt eingeschlagen hatte. Im einen Huf war ausserdem noch ein Teil eines alten Nagels drin. Glücklicherweise waren die Nägel nicht direkt in der Lederhaut, was noch schlimmere Verletzungen hätte hervorrufen können. Chupa ging eine Zeit lang lahm, aber alles wurde wieder gut. Den Hufschmied haben wir danach übrigens gewechselt. Leider hatten wir später noch einmal Probleme mit Vernageln, der Hufschmied meint zwar sie sei nicht vernagelt gewesen, aber es kam doch der ersten Geschichte sehr nahe. Auch hier lief sie nach einer Pause wieder lahmfrei.

 

Abgerissene Hufeisen und Ausbrechende Hufe

Chupa hatte eine Zeit lang ein Talent dafür, sich die Hufeisen abzureissen. Natürlich vorne, wo sie ohnehin schon empfindlich war. Es gelang ihr gleich mehrmals und der Hufschmied hatte Probleme, das Hufeisen wieder aufzunageln, da die alten Löcher einfach nicht hinauswuchsen. Durch das mehrmalige Abreissen fand er keinen Platz mehr, neue Nägel einzuschlagen. Zudem brachen Teile der Hufwand aus, als sie sich die Eisen wegriss, was die Arbeit für den Hufschmied zusätzlich erschwerte und natürlich allgemein nicht gerade zu unserer Zufriedenheit beitrug. Man musste schliesslich einige Male mit Hufkit (Siehe Bild) die ausgebrochenen Löcher füllen.

 

Pilz in der Hufwand

Als wäre das alles nicht schon genug gewesen, hatte Chupa dann auch noch einen Pilz in der Hufwand. Dadurch brach sie noch schneller aus und es dauerte ganz schön, bis der Pilz endlich herausgewachsen war. Da konnten wir nicht viel machen, man musste einfach abwarten.

 

Aufgeklebte Aluminiumeisen

Durch das Ausbrechen der Hufwand war es irgendwann beinahe unmöglich, weiterhin Eisen aufzunageln. Hätte man es gewollt, hätte man es wohl noch ein paar mal probieren können, aber da wir bereits wussten, dass Chupa empfindlich ist und schnell lahm geht, wollten wir kein Risiko eingehen. Der Hufschmied hat uns dann vorgeschlagen, Aluminiumeisen aufzukleben. Erst waren wir skeptisch, wie das funktionieren sollte, da wir noch nie davon gehört hatten, dass man Eisen auch aufkleben kann. Im Nachhinein sind wir aber sehr froh, dass uns der Hufschmied diesen Vorschlag gemacht hatte und dass wir uns dafür entschieden haben.

Aluminiumeisen sind um einiges leichter als normale Eisen. Sie werden aufgeklebt, die Hufwand wird also in Ruhe gelassen und es entstehen keine neuen Löcher. Sie halten +/- 4 Wochen und nutzen sich um einiges schneller ab als die normalen Eisen. Es kann möglicherweise zu Spannungen auf dem Huf kommen, die Lahmheiten auslösen können. Ausserdem sind Aluminiumeisen eine kostspielige Angelegenheit, bei uns hat dieser Spezialbeschlag doppelt so viel gekostet wie der normale Beschlag.

Unsere Erfahrungen damit waren sehr positiv. Wir hatten keinerlei Probleme mit Spannungen und meistens haben die Eisen etwas länger als vier Wochen gehalten. Mehr als 6 Wochen aber nie, und als wir sie einmal voll ausgereizt haben ist doch tatsächlich die Hälfte des Eisens weggebrochen. Glücklicherweise konnten wir direkt zum Schmied fahren, daher konnten wir es mit Humor nehmen!

 

Aktuell

Chupa ist jetzt wieder normal beschlagen. Ihre Eisen wurden jetzt zweimal wieder genagelt und bisher hatten wir überhaupt keine Probleme. Der Hufpilz ist weg, der Schmied passt ordentlich auf und die Hufwände sind wieder einwandfrei. Da Chupa aber allgemein, wie ich oben beschrieben habe, etwas kritische Hufe hat, haben wir ihr jetzt ein halbes Jahr ein Zusatzfutter (Ungulat von St. Hippolyt). Der Huschmied meint, dass das nachwachsende Huf schon besser aussieht, von daher hat sich das Futter auf jeden Fall gelohnt.

Meine Ziele für 2015

Meine Ziele für 2015

Gerade als ambitionierte Turnierreiterin finde ich es wichtig, mir selbst Ziele zu stecken. Ausserdem reite ich zwar mit viel Spass, aber nicht nur zum Spass, sondern weil ich etwas erreichen will. Darum habe ich mir auch für 2015 wieder einige Ziele gesetzt, die ich natürlich mit euch teilen will.

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Meine Ziele 2014 – Rückblick

Meine Ziele 2014 – Rückblick

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und ich dachte, es sei ein guter Zeitpunkt um einen Rückblick zu schreiben.

 

Ich wollte die Springlizenz machen (In der Schweiz braucht man die Springlizenz um auf Turnier höher als 105cm/A** zu springen), das Vertrauen zu Chupa zurückerlangen, einige erfolgreiche Turniere bestreiten und ins ZKV-Future aufgenommen werden.

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Winterpause

Winterpause

Es ist wieder soweit, die Winterpause steht vor der Tür – oder hat bereits begonnen. Die meisten haben die Turniersaison wohl bereits abgeschlossen und geben ihren Pferden die wohlverdiente Pause. Da ich leider keine (erfolgreiche) Turniersaison auf den Aussenplätzen hatte, bin ich mit Chupa einige Hallenturniere gegangen und hab ihr bisher noch keine Winterpause gegeben. Aber mehr dazu weiter unten.

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