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Autor: Michelle Stauffer

CS Rothenfluh (24 & 26.6) – Glück im Unglück

CS Rothenfluh (24 & 26.6) – Glück im Unglück

Angefangen hat unser Turnierwochenende sehr gut, ich konnte mich mit zwei Pferden platzieren. Mit Amerzio lief es dann allerdings ziemlich schlecht – was genau passiert ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

 

Am Freitag 24.6.16 ging es mit Clavaro in unser erstes R110. Die Prüfungen wurden auf dem Grasplatz ausgetragen, der an sich sehr schön war, allerdings war der Boden auf der einen Hälfte hart und auf der anderen Hälfte sehr weich und klebrig. So war es für die Pferde nicht ganz einfach und es fielen viele Stangen. Beim Abreiten vor der ersten Prüfung hatte ich ein sehr gutes Gefühl, Clavaro sprang toll und war auch sonst ziemlich ruhig. Er hat sich viel weniger von den anderen Pferden ablenken lassen als bisher, also schätze ich, dass sich das mit der Zeit ganz legen wird. Auf jeden Fall sind wir dann in die Prüfung rein, wo wir leider drei Stangenfehler hatten. Ansonsten war die Runde schön, zwar nicht perfekt, aber ich war auf jeden Fall sehr zufrieden. Auch vor der zweiten Prüfung war Clavaro top, allerdings habe ich gemerkt, dass er nicht mehr ganz so frisch war wie zuvor. Auch die zweite Prüfung war ein R110, diesmal aber ein Zweiphasenspringen. Wir kamen tatsächlich ohne Fehler durch die erste Phase, worüber ich mich riesig gefreut hatte. Leider war ich deshalb nach dem letzten Sprung der ersten Phase nicht ganz so konzentriert und am ersten Sprung der zweiten Phase fiel direkt die erste Stange. Wir hatten dann noch zwei weitere Fehler, wurden aber doch noch platziert, was mich riesig gefreut hat, da ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Was bei diesem Turnier deutlich wurde, ist auf jeden Fall die mangelnde Kondition von Clavaro. Einige Fehler gingen auf meine Kappe, bei anderen war aber bei ihm einfach die Luft raus. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, immerhin waren es unsere ersten Prüfungen über 110cm, zudem war es 30 Grad und der Boden war schwierig – dafür haben wir uns ganz gut geschlagen.

 

Am Sonntag 26.6.16 ging es weiter, diesmal mit Ustino in zwei Prüfungen über 100cm. Die Veranstalter hatten nun entschieden, das Turnier auf den Sandplatz zu verlegen. Das war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, auch wenn der Platz ziemlich schmal und lang war. Beim Abreiten war Ustino sehr schön zu reiten, er hat gut vorwärts gezogen und so konnte ich auch im Parcours gut durchreiten. Wir haben den Rhythmus von Anfang an gefunden und so gelang uns eine schöne Nullfehlerrunde, die mit dem 20. Platz belohnt wurde. In der Linie von Sprung vier auf fünf ist er nicht genug zurückgekommen, allerdings hat er dann doch aufgepasst, weshalb ich denke, dass das nicht so schlimm ist. Trotzdem müssen wir daran auf jeden Fall noch arbeiten. Vor der zweiten Prüfung, einem Zweiphasenspringen, war er dann etwas matt, allerdings konnte ich ihn im Parcours doch wieder gut vors Bein kriegen. Leider hatten wir am Einsprung der Kombination einen Fehler und mussten unseren Ritt nach der ersten Phase beenden. Ich bin aber natürlich super zufrieden mit dem Kleinen, er hat sich wirklich von seiner besten Seite gezeigt!

 

Nachmittags ging es dann mit Amerzio ins R120, wo es leider nicht ganz so rund lief. Der Parcours war ziemlich schwierig gestellt und selbst die Profis hatten Probleme, ordentlich durch zu kommen. Der enge Platz war eine zusätzliche Schwierigkeit, da man nach den Sprüngen nur sehr wenig Zeit hatte, den Galopp wieder aufzubauen, bis  der nächste Sprung kam. Beim Abspringen hatte ich leider auch schon Probleme, ich fand den Rhythmus  nicht und wir hatten ein paar Stangen unten, was mich zusätzlich verunsicherte. Im Nachhinein stelle ich fest, dass ich eigentlich gar nicht hätte in die Prüfung reiten sollen, allerdings bin ich auf dem Turnier meistens doch zu ehrgeizig, um abzusagen. So kamen wir dann in die Prüfung, wo wir bis zu Sprung Nummer sechs fehlerfrei blieben. Dann ging allerdings die Distanz nicht auf und in eine Kombination mit Steil Einsprung und Oxer Aussprung kamen wir viel zu dicht. Amerzio sprang dann den Einsprung fast aus dem Stand, wodurch ich auf den Hals katapultiert wurde. So ist er dann auch noch über den Aussprung (verrücktes Pferd!) und ist danach losgerannt. Ich konnte mich erst noch oben halten, in der Kurve wurde ich dann allerdings nach aussen geschleudert. Ich hing dann an der Seite, konnte nicht mehr bremsen und hatte total Panik, dass ich auf den Zaun falle. Glücklicherweise habe ich ihn verfehlt. Als ich am Boden lag, sah ich über mir Amerzios Hufe, womit er mich dann auch am Knie erwischt hat. Ich hatte zweimal ganz schön Glück und bin nur mit einem Schock und einem blauen Knie davongekommen, es hätte aber auch ganz anders ausgehen können. Nachdem ich mich von dem Schreck erholt hatte, beschloss ich, es in der zweiten Prüfung doch nochmal zu versuchen. Leider lief es da nicht gut und ich habe nach dem dritten Sprung aufgegeben. Es war mir aber doch wichtig, nach so einem Unfall nochmal aufs Pferd zu steigen und in den Parcours zu reiten, denn sonst wäre das nächste R120 ganz schön hart geworden.

 

Nun hoffe ich, dass ich beim nächsten Turnier mit Clavaro und Ustino an die Erfolge anknüpfen kann. Mit Amerzio wird es hoffentlich auch wieder besser laufen, falls ich überhaupt starten werde, da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Lieber baue ich erst das Vertrauen wieder auf, bevor uns nochmal so etwas passiert!

CS Ruswil (18 & 19.6) – Mein erstes R120!

CS Ruswil (18 & 19.6) – Mein erstes R120!

Am CS Ruswil war ich zum ersten Mal mit allen drei Pferden am selben Turnier am Start. Wir haben leider nur eine Schleife geholt, dafür aber sehr viel gelernt!

 

Am Samstag 18.6 bin ich mit Clavaro in den Prüfungen R100/105 geritten. Schon beim Abgehen des ersten Parcours hatte ich ein super Gefühl, er war echt schön gestellt und nicht besonders schwierig. Ich nahm mir vor, eine schöne Nullrunde zu reiten, dabei aber auch einige enge Wege zu wählen, da die Höhe für uns kein Problem ist. Ausserdem fühle ich mich mittlerweile doch recht sicher auf ihm, da er wirklich toll springt. Beim Abreiten war er absolut klasse und so bliebt mein Gefühl weiterhin gut. Leider hatten wir dann grosses Pech mit dem Wetter, der Minute, in der ich im Parcours war, setzte ein fürchterlicher Platzregen ein. Ich habe wirklich schon lange nicht mehr so starken Regen erlebt, noch bevor ich auf den ersten Sprung losritt, war ich komplett durchnässt. Clavaro wollte sich am liebsten gar nicht mehr bewegen, der arme Kerl ist nämlich eigentlich total wasserscheu. 😀 Wir waren daher nicht so flott unterwegs und hatten leider einen Abwurf am ersten Sprung, den kann ich ihm aber total verzeihen. Ich fand es schon beachtlich, dass er bei dem starken Regen überhaupt noch gesprungen ist! Als Seepferdchen taugt er auf jeden Fall auch was.
In der zweiten Prüfung hatten wir dann etwas mehr Glück. Der Parcours war wieder echt schön und das Abreiten hat sich wie schon zuvor super angefühlt. Im Parcours bin ich dann auch etwas mehr vorwärts geritten. Nach der Kombination hätte ich etwas mehr mit dem Bein und weniger mit dem Zügel wenden müssen, dann hätte er den Kopf nicht hoch genommen. Auf Sprung 9 haben wir die Wendung nicht ganz gekriegt, er hatte da eine Sekunde das Gefühl, er müsse den weissen Sprung springen – das fand ich persönlich aber überhaupt nicht schlimm, an den Feinheiten arbeiten wir noch. Wir konnten den Parcours trotzdem ohne Fehler beenden und landeten auf dem 12. Rang, womit wir unsere erste gemeinsame Platzierung im Kasten haben. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut!
Die Harmonie fehlt teilweise immer noch etwas, ich kann noch nicht ganz ruhig sitzen und der Rhythmus ist noch nicht optimal. Ausserdem zupft er immer mal wieder am Zügel, was mich aus dem Gleichgewicht bringt, das liegt aber wohl daran, dass er dringend zum Zahnarzt muss. Keine Sorge – der Termin ist schon gemacht, bald sollte das besser werden!
Leider gab es von unserem Ritt aufgrund des schlechten Wetters keine Fotos. 🙁

 

Am Sonntag 19.6 war ich morgens mit Ustino in den Prüfungen R90/95 am Start. Es war unser erstes gemeinsames Turnier dieses Jahr, das letzte Turnier 2015 haben wir mit einem Sturz beendet. Der Parcours war wie erwartet sehr einfach gestellt und ich muss sagen, dass ich ihn aufgrund der Höhe nicht so ganz ernst genommen habe. Das war auf jeden Fall ein Fehler. Beim Abreiten war Ustino okay, allerdings hatte ich mit den üblichen Problemen wie fehlendem Zug nach vorne und fehlender Spannung zu kämpfen. Als ich in den Parcours geritten bin, wurde ich dann plötzlich nervös, vorher hatte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass auch Ustino ziemlich aufgeregt war. Jedenfalls war der Parcours von vorne bis hinten eine kleine Katastrophe, es hat so gut wie keine Distanz gepasst, wir fanden überhaupt keinen Rhythmus, er hat mal die Beine hängen gelassen, mal hat er sich total übersprungen. Es war echt gar nicht schön und ich ärgere mich, dass es so schlecht geklappt hat. Ich muss mich allerdings selber an der Nase nehmen, die letzten Tage habe ich mich einfach viel zu sehr auf die anderen Pferde konzentriert, weil es ja ’nur‘ 90/95cm waren. Dabei hätte ich das Turnier mit Ustino genau so ernst nehmen sollen, da er wirklich noch nicht viel Routine hat und meine Unterstützung braucht. Nun gut, aus Fehlern lernt man!
Auch der zweite Parcours war schön und einfach gestellt. Beim Abreiten war der Kleine viel besser, er war immer noch etwas triebig, allerdings hatte ich das Gefühl, dass er wacher war als zuvor. So ritt ich mit einem recht guten Gefühl in den Parcours. Wir hatten bis zu Sprung Nummer drei wieder zu wenig Zug, so dass er mir dort dann stehen blieb. Dafür hat er einen Klaps mit der Gerte bekommen, da er eigentlich über 95cm nicht stoppen sollte. Danach war er endgültig wach und der Rest des Parcours war suuper! Daher bin ich eigentlich trotzdem ganz zufrieden, wenn wir dieses Gefühl am nächsten Turnier wieder erarbeiten können, sollten wir es ohne Stopp durch den Parcours schaffen. Wir haben sicherlich noch viel Arbeit vor uns und ich habe mir vorgenommen, in nächster Zeit mehr mit ihm zu springen, damit der Knoten bald endlich mal platzt!

 

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(c) fotdidi

 

 

Nachmittags war es dann soweit, mein Goldschatz Amerzio war an der Reihe! Wir sind in den Prüfungen R115/120 gestartet, wobei wir ausser Konkurrenz teilnehmen mussten, da wir leider mehr Gewinnpunkte hatten, als erlaubt war. Das war aber überhaupt nicht schlimm, denn so konnte ich absolut ohne Druck reiten und das Ganze als Training ansehen. Es war nämlich unser erstes gemeinsames R120 und mein allererstes überhaupt!
Beim Abreiten fürs R115 habe ich mich richtig zuhause gefühlt, Amerzio war wie immer der Wahnsinn. Die Runde war dann nicht so schön, ich habe ihn ein paar mal zu sehr nach vorne geschickt. Das war aber wie sich später herausstellte gar nicht schlecht, denn so wurden mir meine Fehler noch mal aufgezeigt, bevor es im R120 ernst wurde. Der Parcours war gut ausgebaut, allerdings fühlte ich mich schon beim Abgehen sehr sicher. Ich war kaum nervös und konnte das gute Gefühl auch beim Warmreiten beibehalten. Als es dann in den Parcours ging, kribbelte es doch ein wenig, allerdings hatte ich einen sehr genauen Plan und habe mich einfach komplett darauf fokussiert. Und siehe da – wir kamen mit nur einem Stangenfehler durch! Vor dem Sprung 12 hatten wir einen sehr langen Weg, was Amerzio wohl als eine gute Gelegenheit sah, etwas Gas zu geben. 😛 Ich habe ihn dann leider nicht rechtzeitig zurück gekriegt und darum waren wir viel zu dicht. Ich persönlich finde das aber überhaupt nicht schlimm, fürs erste R120 bin ich mehr als nur zufrieden!

Was meint ihr, wie haben wir uns geschlagen? 🙂

 

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(c) fotodidi

Alles in allem war es für mich ein sehr schönes Wochenende. Trotz der kleinen Fehler hatte ich sehr viel Spass und habe vor allem wahnsinnig viel gelernt. Ich bin noch nie mit drei Pferden über zwei Tage sechs Prüfungen geritten, aber jetzt weiss ich, dass ich das auf jeden Fall jedes Wochenende tun könnte! Es gibt echt nichts besseres, als den ganzen Tag auf dem Turnierplatz zu sein. So kann es gerne weitergehen!
Der CS Ruswil war ein sehr schönes Turnier mit toller Atmosphäre. Das Wetter war leider sehr wechselhaft, teilweise bin ich mit zwei Jacken und eine Stunde später im T-Shirt rumgerannt, aber damit muss man halt leben. Mich hat es eine dicke Erkältung gekostet, aber das war es wert – jetzt gerade sitze ich übrigens bei 31 Grad in meinem Zimmer und schmelze fast! 😛

 

CS Thörigen (11.6)

CS Thörigen (11.6)

Bild (c) horsefotograf

Glücklicherweise erhielten wir am CS Thörigen noch einen Startplatz im R100/105. So konnten wir gleich an die Erfolge des letzten Wochenendes anknüpfen und weiter Routine sammeln.

 

Unsere Prüfung fing um 12 Uhr an, also musste ich dieses Mal zu meiner Beruhigung nicht so früh aus dem Bett. Etwa um 11 Uhr war ich im Stall, wo ich Clavaro, das kleine Schweinchen, geputzt habe. Frühzeitig waren wir dann auf dem Turnierplatz, wo wir uns den Parcours angeschaut und zu Mittag gegessen haben, bevor es für mich aufs Pferd ging. Da es ein Grasplatz war und das Wetter über die letzten Wochen furchtbar schlecht war, war der Boden entsprechend nass und tief. Ich hatte eigentlich keine Angst, dass wir das nicht meistern würden, war aber doch etwas aufgeregt, da ich Clavaro zuvor noch nie auf nassem Boden geritten bin. Beim Einspringen vor der ersten Prüfung war er ziemlich nervös, in so einer Situation fängt er dann oft an mit dem Kopf zu schlagen, was mich noch ziemlich aus dem Gleichgewicht bringt, da ich es mir einfach überhaupt nicht gewohnt bin. Gesprungen ist er aber trotzdem toll und so ritt ich mit einem ziemlich guten Gefühl in den Parcours. Der Parcours an sich war super, Clavaro hat sich überhaupt nicht anmerken lassen, dass der Boden so schwierig war. Ich habe leider bei Sprung 4 den blöden Fehler gemacht, ihn nach vorne zu schicken, anstatt mich hinzusetzen und ihn zu unterstützen, so dass dort die Stange fiel. Ich war natürlich trotzdem total zufrieden mit ihm, da er alles richtig gemacht hat.

 

Vor der zweiten Prüfung, einem Zweiphasenspringen, war er schon viel ruhiger, daher klappte das Warmreiten besser. Der Boden im Parcours war aber noch ein Stück schlechter als bei der ersten Prüfung. Kurz vor unserem Ritt fing es dann auch wieder an zu regnen, was mich zusätzlich etwas verunsichert hat. Im Parcours war Clavaro dann trotzdem super, er sprang ganz toll. Nach Sprung 3 erwischten wir die Wendung nicht ganz, ich meinte ihm deutlich nach rechts den Weg angezeigt zu haben, er hat das allerdings irgendwie nicht verstanden und ist mir beinahe in einen anderen Sprung gerannt. Danach konnten wir unseren Ritt fortsetzen – es war halt noch ein kleiner Hüpfer über einen Blumentopf drin, aber was solls. 😛 In der letzten Linie vor der zweiten Phase habe ich ihn leider nicht genug zurückgenommen, so dass der letzte Sprung fiel und wir nicht weiterreiten konnten. Einerseits war das schade, andererseits war ich aber auch total froh, da die zweite Phase mit einigen engen Wendungen nicht ganz einfach war. Der Boden war an den Stellen auch so rutschig und tief, dass mir schon beim Abgehen des Parcours etwas mulmig wurde. So war es vielleicht besser, dass wir nur eine gute erste Phase absolvierten, anstatt im weiteren Parcours etwas zu riskieren.

 

Ich bin auf jeden Fall super zufrieden mit dem Dicken, er macht seine Sache einfach wahnsinnig toll. Genau wie auf Amerzio fühle ich mich total sicher und ich glaube, er ist auch ganz zufrieden mit mir als Reiterin. Wir müssen bestimmt noch an vielen Feinheiten arbeiten, aber das ist ja nach einer so kurzen Zeit auch normal.

 

Eigentlich wären wir am nächsten Tag mit Ustino ebenfalls nach Thörigen aufs Turnier gefahren, allerdings war der Boden schon am Samstagabend furchtbar schlecht, so dass wir darauf getrost verzichten konnten. Es ist etwas frustrierend, dass jetzt schon Sommer ist und ich noch kein Turnier mit ihm reiten konnte, obwohl wir schon einige gemeldet hatten. Aber die Bedingungen waren jedesmal so schlecht, dass ich einfach nicht mit gutem Gewissen hätte aufs Turnier fahren können. Ich möchte, dass diese Turniersaison für ihn so angenehm und positiv wird wie möglich, da er wirklich noch nicht viele Turniere gegangen ist. Ich bin der Meinung, dass gerade der Start in den Turniersport für ein Pferd so positiv wie möglich sein sollte, damit es die Freude daran nicht zu Beginn schon verliert. Ustino ist bisher immer motiviert gewesen und das möchte ich aufrecht erhalten. Daher lohnt es sich einfach nicht, trotz schlechten Bedingungen loszufahren, nur um endlich mal ein Turnier reiten zu können.

 

Zum Video der ersten Prüfung:

CS Corcelles (4.6) – erstes Turnier mit Clavaro

CS Corcelles (4.6) – erstes Turnier mit Clavaro

Es war zugegeben eine ziemlich spontane und etwas verrückte Aktion, nach knapp 2 Wochen regelmässigem Reiten, wovon wir nur dreimal gesprungen sind, bereits ein Turnier zu nennen. Allerdings hatte ich auf Clavaro beim Springen ein so tolles Gefühl, dass ich mir sicher war, dass es klappen würde, vor allem weil es ’nur‘ zweimal B/R100 war.

 

Da Corcelles etwas mehr als eine Stunde von uns entfernt ist und ich mit einberechnen musste, dass ich nun wieder einen Schimmel hatte, der etwas mehr Zeit zum Putzen erforderte, klingelte mein Wecker schon um 4:40 Uhr. Ziemlich früh also, sogar für meine Verhältnisse. Ich war aber beim ersten Klingeln schon hellwach, was wohl unter anderem daran lag, dass ich mich total auf das Turnier freute, verständlicherweise aber auch ziemlich aufgeregt war. Jedenfalls kamen wir pünktlich im Stall an, wo ich mit Freude feststellte, dass mein Schimmeltier in der Nacht beim Schlafen mal wieder alle Misthaufen getroffen hatte, die so in der Box verteilt waren. Also musste der (ziemlich wasserscheue) Clavaro erstmal eine Putzsession über sich ergehen lassen. Er war davon weniger begeistert, aber da musste er durch. Er ist dann realtiv gut in den Transporter eingestiegen, momentan braucht er noch 3-4 Anläufe, allerdings bin ich sicher, dass er sich nach einiger Zeit problemlos verladen lassen wird.

 

Kurz nach Sieben kamen wir auf dem Turnierplatz in Corcelles an. Das Gelände war wirklich wunderschön gelegen und die Atmosphäre auf dem Turnier war richtig toll. Ich war auch mal wieder gezwungen, meine Französischskills auszupacken, was ganz gut war, auch wenn Französisch definitiv nicht meine Lieblingssprache ist. Jedenfalls hatten wir genug Zeit, uns erstmal den Parcours anzuschauen und dann zu frühstücken. Clavaro stand gut im Transporter, als er kein Futter mehr hatte, wurde er dann etwas nervös, allerdings konnte man ihn trotzdem gut alleine lassen. Da wir eine relativ späte Startnummer hatten, konnte ich mir einige Paare ansehen, bevor es für mich aufs Pferd ging.

 

Beim Abreiten war Clavaro wie ich bereits erwartet hatte anfangs etwas nervös. Er lässt sich gerne von anderen Pferden aufheizen, auch zuhause wird er immer etwas kribbelig, wenn ein Pferd auf den Platz kommt oder weggeht. Allerdings hat es sich schnell gelegt und als es ans Einspringen ging, war er konzentriert bei der Sache.
Den ersten Parcours habe ich leider etwas vergeigt. Der erste Sprung war gut, vor dem zweiten bin ich dann allerdings nicht richtig weitergeritten und habe gepennt, wodurch Clavaro verunsichert war und gestoppt hat. Der Rest des Parcours war dann eigentlich super, fürs zweite Mal Parcoursspringen hat es super geklappt, nur der Fehler am Anfang ärgert mich bis heute. Aber was solls, wir sind dann mit vier Punkten aus dem Parcours geritten und ich war mit Clavaro total zufrieden, nur mit mir eben nicht ganz. Er hat seine Sache wirklich super gemacht und wie ich mir erhofft hatte, ist er absolut unkompliziert, hat keine Angst vor schwierigen Unterbauten, Zelten, den Zuschauern an der Bande und so weiter.

 

Vor dem zweiten Parcours hatten wir keine Zeit mehr in abzusatteln, da ich im Gegensatz zum ersten Parcours eine frühe Startnummer hatte. So mussten wir auch nicht mehr besonders lange warmreiten, was mir gut in den Kram gepasst hat, da es Clavaro noch etwas an Kraft und vor allem Ausdauer fehlt. So war es optimal für ihn, er konnte sich erholen, musste aber nicht nochmal komplett warmgeritten werden und konnte dadurch Kraft einsparen. Im Parcours lief er dann sehr schön, ich habe ihn diesmal etwas mehr galoppieren lassen, was sich definitiv besser angefühlt hat. In der Linie von der Kombination auf den Oxer hätte ich ihn auf fünf Galoppsprünge zurücknehmen sollen, ansonsten war der Parcours aus meiner Sicht aber sehr gut. So ein Fehler kann halt noch passieren, da war ich einfach zu wenig schnell. Er ist aber glücklicherweise sehr aufmerksam und hat schön zum Sprung gezogen, so dass die Linie auch mit vier Galoppsprüngen ganz passabel ausgesehen hat. Wir beendeten den Parcours ohne Fehler, was mich sehr gefreut hat, immerhin war es unser allererstes gemeinsames Turnier. Für eine Platzierung hat es nicht mehr gereicht, das war mir aber eigentlich auch egal, darauf kommt es momentan noch nicht an. 🙂

 

Zum Video von der zweiten Prüfung:

Da waren’s plötzlich drei

Da waren’s plötzlich drei

Wir haben Familienzuwachs bekommen! Auf meinen Social-Media-Accounts habe ich schon ein paar Bilder und Videos von ihm gepostet. Clavaro ist ein 8-jähriger Holsteinerwallach von Clarimo Ask x Calvadur. Er kommt ursprünglich aus Deutschland, wo er Turniere bis M* gegangen ist.

 

Da er erst seit dem 25. 5 bei uns im Stall und seit dem 31.5 in unserem Besitz ist, kann ich natürlich noch nicht allzu viel über ihn sagen, da ich ihn noch nicht so gut kenne. Im Umgang war er die ersten Tage etwas unvorsichtig, allerdings wurde das schon viel besser und mittlerweile ist er echt angenehm. Was die Dressur angeht, müssen wir noch etwas zusammenfinden, da er bisher ganz anders geritten wurde als ich es mir gewohnt bin, aber er ist wirklich schön zu reiten und grundsätzlich sehr weich an der Hand und am Bein. Ausserdem hat er drei sehr schöne, flotte Grundgangarten. Am meisten überzeugt er mich natürlich beim Springen, da zeigt er viel Mut und vor allem vieeel Vermögen, also genau das, was ein gutes Springpferd mit sich bringen sollte.
Bei unserem ersten Turnier dieses Wochenende (4.6) hat er sich absolut unkompliziert und routiniert gezeigt, er war lediglich beim Abreiten anfangs etwas nervös, das hat sich aber sobald wir eingesprungen haben sofort gelegt. Er war konzentriert bei der Sache, hat im Parcours überhaupt nicht geglotzt und ist fantastisch gesprungen.
Was ihm zurzeit noch fehlt sind Muskeln und Ausdauer, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass er schnell in besserer Form sein wird. Ausserdem springen wir momentan sowieso noch nicht hoch, er hat also auf jeden Fall genügend Zeit und wird nicht überfordert.

 

Wie sind wir überhaupt darauf gekommen, ein drittes Pferd zu kaufen? Nun, eigentlich war das in der Form überhaupt nicht geplant. Mein Vater bekam im Mai einen Anruf von dort, wo wir Amerzio her haben, sie hätten ein Pferd, das zu uns passen würde. Am Donnerstag 19.5 fuhren wir dann zu einem ersten Probereiten nach Hasle-Rüegsau, um ihn auszuprobieren. Ich hatte von Anfang ein ein echt gutes Gefühl und das Springen lief super, wir sind sogar bis 1.40m gesprungen, nur ein Steilsprung in einer Linie, aber immerhin. Für mich war ab da klar, dass ich dieses Pferd unbedingt wollte. Wir nahmen ihn dann ab dem 25.5 auf Probe zu uns in den Stall und er überzeugte mich auch zuhause jeden Tag auf voller Linie! Glücklicherweise konnte ich meinen Vater dann dazu überreden, ihn zu kaufen, so dass ich jetzt nicht mehr nur zwei sondern sogar drei tolle, talentierte Springpferde reiten kann. <3

 

An dieser Stelle muss ich noch sagen, dass es wirklich ein grosser Aufwand ist, täglich drei Pferd zu reiten. Häufig geht mein Vater unter der Woche über den Mittag mit einem Pferd ins Gelände oder longiert, die anderen beiden reite ich dann nachdem die Schule aus ist. Ich bin sehr froh, dass ich diese Unterstützung bekomme, denn alleine wäre es für mich nur schwer möglich, täglich drei Pferde ordentlich zu reiten. Ich freue mich aber riesig, dass ich jetzt noch mehr reiten kann und wir noch öfter Turniere gehen können. Zurzeit bin ich so motiviert wie noch nie, am liebsten würde ich mich den ganzen Tag nur noch mit den Pferden beschäftigen, aber das klappt leider aufgrund der Schule nicht. 😛 Zum Glück sind bald Sommerferien!

CS Ettiswil 2016 (16.5)

CS Ettiswil 2016 (16.5)

Wir haben den freien Montag ausgenutzt, um zum Pfingstspringen in Ettiswil zu fahren. Wir hätten schon am Samstag mit Ustino starten wollen, allerdings war da das Wetter so übel, dass wir auf einen Start verzichten mussten. Dem Start mit Amerzio im R110/115 stand aber glücklicherweise nichts im Weg!

 

Um 9:45 wurde ich zuhause abgeholt, so dass wir etwa um 10 Uhr im Stall waren. Dort habe ich Amerzio erstmal von der Weide geholt und ihn geputzt. Danach hat mein Vater die Stollen reingedreht, denn es war unser erstes Turnier auf Gras für dieses Jahr. Wir sind seit letzten Jahr nicht mehr auf Gras gesprungen, da wir bisher noch keine Trainingsmöglichkeiten hatten, allerdings ist Amerzio da nicht so kompliziert. So sind wir etwa eine halbe Stunde später losgefahren und pünktlich auf dem Turnierplatz angekommen. Dort mussten wir unseren LKW aufgrund des nassen Bodens auf einer Strasse echt weit weg vom Geschehen abstellen. Das war etwas mühsam, da wir Amerzio dadurch nicht im Blick hatten und der Weg jedesmal viel Zeit gebraucht hat.

 

Die erste Prüfung war um 12.30 Uhr. Der Parcours war echt toll gestellt und liess viele Möglichkeiten offen. Ich habe mich für die engen Wege entschlieden. Wir waren Starnummer 48, hatten also genügend Zeit zum Abreiten. Amerzio lief beim Warmreiten sehr gut, er war total fein an den Hilfen und hat sich beim Einspringen von seiner besten Seite gezeigt. Im Parcours war er dann allerdings etwas zu ruhig, dadurch hat der Schwung etwas gefehlt. So passierte bei Sprung 8 ein doofer Fehler, der uns aus den Platzierungen warf. Was die Zeit angeht wären wir ohne Fehler auf dem 2. Platz gewesen. Das ist natürlich ärgerlich, aber für das erste Mal auf Gras war es okay.

 

Die zweite Prüfung war ein Zweiphasenspringen. Wir hatten die Startnummer 4, vor dem Einreiten haben wir also nur kurz aufgewärmt und ein paar wenige Sprünge gemacht. Im Parcours war Amerzio dann sehr schön zu reiten, die Energie die er sich vorher aufgespart hatte, war nun fast schon zu viel. 😀 Das Wetter hat während meines Parcours kurz von Sonnenschein zu Regen umgeschlagen, davon haben wir uns aber nicht beirren lassen. Auf Gras fühlt sich der Dicke auch bei diesen Bedingungen total wohl und gibt er gerne richtig Gas, was wir bei diesem Parcours ausnutzen konnten. So landeten wir nach einer schönen Nullfehlerrunde auf dem 3. Platz, was mich echt riesig gefreut hat.

 

Alles in allem war es ein sehr schönes Turnier!

 

CS Neuendorf (23.4)

CS Neuendorf (23.4)

Nachdem wir schon in Müntschemier (dazu gab es keinen Blogpost) Juniorenprüfungen geritten sind, war es in Neuendorf zum zweiten Mal soweit. Wir sind wieder J110/115 gestartet und haben im Vergleich zum letzten Mal, wo wir mit langsamer Zeit und Fehlern in der zweiten Prüfung weit von den Platzierungen entfernt waren, sogar schon eine Platzierung erreichen können!

 

Leider war das Wetter an diesem Tag nicht wirklich auf unserer Seite. Es nieselte den ganzen Morgen über und wurde gegen den Nachmittag hin noch schlimmer. Davon haben wir uns allerdings nicht beirren lassen, die Bedingungen sind ja für jeden gleich.

 

Die erste Prüfung war eine Prüfung nach Fehlern/Zeit über 110cm. Der Parcours gefiel mir echt gut und wir entschlossen uns, die engen Wege zu reiten, von denen es doch einige gab. Allerdings war unser Ziel wie schon die letzten Turniere über, die Kontrolle zu behalten und eine schöne Nullrunde zu reiten. Die Zeit war zweitrangig. Demnach wurden wir dann auch nicht platziert und hatten eine verhältnismässig langsame Zeit. Dazu muss ich sagen, dass das Tempo bei den Juniorenprüfungen, gerade bei denen über diese vergleichsweise ‚tiefe‘ Höhe, extrem hoch ist. Da wird teilweise echt nach dem Motto ‚Lieber tot als zweiter!‘ geritten. Ich wusste schon vorher, dass die Junioren echt starke Pferde haben und gut reiten, aber mich hat es dann doch vom Hocker gehauen, als ich zum Beispiel die Reiterin gesehen habe, die die Prüfung gewonnen hat. Da kann ich noch lange nicht mithalten, allerdings will ich das auch gar nicht, denn unser Ziel liegt im Moment darin, uns für die höheren Prüfungen vorzubereiten. Das heisst, ich muss Amerzio vom Anfang bis zum Ende des Parcours völlig kontrollieren können, was wir nur dadurch erreichen, wenn wir auch tiefere Prüfungen so reiten, denn der Dicke schaltet sonst sobald es in den Parcours geht auf ‚Rennmodus‘ und lässt sich nicht mehr zurückhalten.

Ich bin zufrieden mit dieser Runde, Amerzio war zwar durchweg etwas spannig, ist aber toll gesprungen und hat gut auf meine Hilfen reagiert.

 

Die zweite Prüfung war dann ein Zweiphasenspringen über 115cm. Da war unser Ziel wieder dasselbe wie schon bei der ersten Prüfung: Kontrolle. Das hat auch richtig gut geklappt und diesmal waren wir sogar noch auf dem 15. Rang platziert. Das hat mich natürlich sehr gefreut, denn eigentlich hatten wir gar nicht mehr damit gerechnet und sind schon vor der Siegerehrung nach Hause gefahren.

Amerzio war in dieser Prüfung sehr schön zu reiten, er war super ruhig und hat toll mitgedacht. Auch mit meiner eigenen Leistung war ich sehr zufrieden, ich habe die Sprünge gut getroffen und bin nicht hektisch geworden.

 

Leider ist auf dem Video zur zweiten Prüfung nicht die ganze zweite Phase drauf, da der Speicher der Kamera voll war! 🙁

 

CS Gettnau (8.4)

CS Gettnau (8.4)

In Gettnau stand für uns das erste R110/115 der Saison auf dem Plan. Ausserdem bin ich Amerzio das erste Mal mit Pelham geritten, was mit Ausnahme von einer klitzekleinen Panne sehr gut geklappt hat.

 

Die erste Prüfung war ein R110 nach Fehler/Zeit. Der Parcours war toll gestellt, ideal für eine kontrollierte, ruhige Runde, wie wir sie haben wollten. Schon beim Abspringen hat Amerzio das Pelham sehr gut angenommen und er war sichtlich zufrieden. So ritt ich mit einem sehr guten Gefühl in die Prüfung, die dann auch echt gut lief. Leider waren wir etwas langsam, so dass wir am Ende das erste nichtplatzierte Paar waren. Das war natürlich etwas ärgerlich, allerdings waren wir ja eigentlich auch nicht auf eine Platzierung aus, sondern wollten einfach einen schönen, fehlerfreien Ritt, was uns gut gelungen ist.

 

In der zweiten Prüfung hatte ich dann vor, etwas mehr Gas zu geben. Es war ein Zweiphasenspringen, also merkte ich mir in der zweiten Phase die engen Wege. Es war zugleich unser erstes R115 für diese Saison, ich fühle mich auf der Höhe aber sicher genug, um gleich wieder etwas nach vorne zu reiten. Beim Abreiten haben wir nicht mehr viel gemacht, dann ging es auch schon in die Prüfung. Die erste Phase war sehr gut, Amerzio blieb schön bei mir und sprang fantastisch. Dann bin ich leider wieder etwas zu viel nach vorne geritten und habe das Tempo zu wenig geregelt, so dass er mir auf Hindernis 12 helfen musste. Er hat einen riesigen Satz gemacht, wobei ich die Zügel verlor. Weil ich mit zwei Zügeln nicht mehr ganz so geübt bin, hat es eine Weile gedauert, bis ich sie wieder in den Händen hielt und Amerzio hat derweil eine kleine Ehrenrunde um den Platz gedreht. Wir blieben bis zum Schluss fehlerfrei, allerdings war unsere Zeit natürlich mega langsam. Naja, immerhin wurden wir am Ende auf dem 10. Rang platziert und mit der Runde war ich bis auf das kleine Malheur auch echt zufrieden.

 

Man kann auf jeden Fall sagen, dass die Umstellung auf das Pelham eine gute Entscheidung war. Amerzio lässt sich damit super kontrollieren und scheint sich wohl zu fühlen. Wir werden also in Zukunft weiterhin damit Springen.

Mit dem ersten R115 für diese Saison bin ich auch echt zufrieden, wir beide haben uns ganz gut geschlagen, so dass wir es wohl bald auch in unsere ersten R120 wagen werden.

 

 

CS Hasle-Rüegsau (2.4)

CS Hasle-Rüegsau (2.4)

Wie schon im letzten Jahr war der CS Hasle-Rüegsau für uns das erste Turnier draussen. Es waren beide Pferde am Start, Ustino allerdings nicht mit mir, sondern mit unserem Bereiter Dominic.

 

Ustino

Ustino ist zwei Prüfungen über 100cm gelaufen. Er war auf dem Abreiteplatz sowie im Parcours eine richtig coole Socke und man hat ihm überhaupt nicht angemerkt, dass es für ihn das erste Turnier in diesem Jahr war. In der ersten Prüfung hat er eine tolle, ruhige Nullrunde hingelegt. In der zweiten Prüfung hat Dominic ein paar engere Wege gewählt, etwas was ich selber mit Ustino noch nie gemacht habe, weder im Training noch auf Turnier. Die beiden haben das aber fantastisch gemeistert, Ustino hat sich überhaupt nicht verunsichern lassen und ist toll gesprungen. Leider fiel an einem Sprung eine Stange, aber das ist nicht weiter schlimm, Stangenfehler sind im Moment noch egal.

Somit ist Ustino super in die Turniersaison gestartet und ich freue mich schon darauf, ihn selber vorzustellen!

 

Amerzio

Mit Amerzio bin ich zwei Prüfungen über 110cm geritten. Ich hatte während dem Abreiten irgendwie ein total schlechtes Gefühl, was sich durch den ganzen Tag zog. Woran das gelegen hat, weiss ich nicht genau, normalerweise bin ich auf Turnier immer gut gelaunt. Jedenfalls war die erste Prüfung bis zum letzten Sprung super, dort hat er mir dann leider am Sprung vorbeigezogen. Wir haben die Wendung einfach nicht optimal erwischt und das Tempo war etwas zu hoch, so dass ich nicht mehr schnell genug reagieren konnte. In der zweiten Prüfung fiel leider eine Stange, allerdings war ich trotzdem zufrieden, da die Runde an sich schön flüssig war.

Was auf diesem Turnier stark aufgefallen ist, war dass ich Amerzio nicht wirklich zurückhalten konnte. Draussen ist er noch viel stärker als in der Halle und ich bin dann mehr Passagier als Pilot, wenn ihr versteht was ich meine. 😛 Darum haben wir uns entschlossen, von nun an eine andere Trense zu benutzen, da es vor allem in den höheren Prüfungen gefährlich wird, wenn ich das Tempo nicht regulieren kann. Ich habe mich für ein Pelham entschieden, da ich dort präzise bestimmen kann, wie stark ich einwirken möchte. Amerzio ist nämlich eigentlich überhaupt nicht ein Pferd, was eine scharfe Trense braucht und im Alltag werde ich auch weiterhin mit der Wassertrense reiten. Auf Turnier wird er einfach immer sehr übermütig und möchte am liebsten mit Vollgas über den Parcours.

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Kadertraining mit Ustino

Kadertraining mit Ustino

Gestern hätten wir das letzte Kadertraining für dieses Jahr gehabt, da aber beide Pferde dieses Wochenende auf Turnier waren, war es uns leider nicht möglich, daran teilzunehmen. Darum möchte ich euch noch vom letzten Kadertraining am 20.3 berichten, zu dem wir Ustino mitgenommen haben.

 

Ich hatte vor dem Training ziemliche Bedenken, ob es nicht zu anspruchsvoll für Ustino und mich sei, da wir bisher immer an technischen Dingen gefeilt haben, die mir mit Ustino noch ziemlich schwergefallen wären. Zu meiner Erleichterung stand in diesem Kadertraining aber Parcoursspringen im Vordergrund, was optimal für uns war. Wir sind erst an zwei Sprüngen eingesprungen und dann zweimal den Parcours geritten. Am Ende des Trainings hatte ich ein wahnsinnig gutes Gefühl und mir ist bewusst geworden, was für eine Entwicklung wir beide über den Winter gemacht hatten. Ich erinnere mich noch an das erste Training mit ihm, wo er mich auch gleich das erste Mal in den Sand gesetzt hat. An einen Parcours war lange nicht zu denken und ich habe mich anfangs immer wahnsinnig unsicher gefühlt, wenn ich einen Sprung angeritten bin, der höher als 70 Zentimeter war. Wenn ich den Absprungpunkt bei etwas höheren Sprüngen nicht gefunden habe, hat er geparkt und allgemein waren unsere Ritte noch nicht besonders harmonisch. Heute fühle ich mich auf Ustino echt zuhause. Wir reiten mittlerweile locker Parcours auf einem Meter durch und ich traue mich auch, ab und an mal einen höheren Sprung zu machen. Dabei muss ich keine Sekunden mehr daran denken, dass er verweigern könnte – ich habe selten so ein mutiges, selbstbewusstes Pferd erlebt wie Ustino. Grosse Distanz? Kein Problem, da drückt er einmal kräftig ab – ich obendrauf komme in solchen Situtationen manchmal etwas in Not, da er wirklich riesige Sätze machen kann – und erledigt hat sich das. Das wurde mir auch dieses Wochenende nochmal bewusst, als der Bereiter mit ihm auf Turnier war und erstmals einige enge Wendungen geritten hat, ohne dass wir das jemals trainiert haben. Ustinos Ohren waren immer vorne, er hat keine Sekunde gezögert und ist wirklich souverän gesprungen.

 

Ich glaube wir sind wirklich auf einem guten Weg! 🙂