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Autor: Michelle Stauffer

CS Hildisrieden 2017

CS Hildisrieden 2017

Einen ganzen Monat ist mein letzter Blogpost nun schon her, wo ich euch einen Ausblick auf unser Jahr 2017 gegeben habe. Ich entschuldige mich, dass bis jetzt nichts mehr kam – das Wintertraining war einfach nicht so spannend und die häufig diskutierten Winterthemen wie „Wann eindecken und welches Modell“ oder „Wie schere ich mein Pferd“, schienen mir schon ziemlich ausgelutscht zu sein. Nun melde ich mich aber mit einem spannenden, neuen Beitrag zurück; nämlich dem ersten Turnierbericht für dieses Jahr!

 

Die Turniersasison startete für mich am 24. und 26. Februar am CS Hildisrieden, einem Hallenspringturnier auf der wunderschönen Anlage von Paul Estermann. Wir hatten Amerzio und Clavaro am Freitag im R110/115 gemeldet und Ustino am Sonntag in zwei Prüfungen über 1.05m.  Aufgrund des Wintertrainings, das doch recht erfolgreich verlief, fühlte ich mich gut auf diese Prüfungen vorbereitet.

 

Los ging es wie bereits angemerkt am Freitag. Wir fuhren pünktlich los und kamen frühzeitig am Turnierplatz an. Das war mir gerade fürs erste Turnier sehr wichtig, denn Zeitdruck führt bei mir immer schnell dazu, dass ich hektisch werde, was bekanntlich im Umgang mit Pferden nicht wirklich angebracht ist. So hatte ich auf jeden Fall Zeit mir in Ruhe den Parcours anzusehen, der glücklicherweise auch schon stand. Mit Clavaro hatte ich nämlich eine frühe Startnummer, so dass ich schon auf den Abreiteplatz musste, bevor die Prüfung überhaupt begann.
Auf dem Abreiteplatz war Clavaro wie immer etwas nervös, er mag es einfach nicht, wenn ihm fremde Pferde zu nahe kommen. Trotzdem schlug er sich ziemlich gut und ich hatte ein tolles Gefühl beim Einspringen. Auch als ich in den Parcours hineinritt, war ich noch guter Dinge. Dementsprechend passend waren die ersten beiden Sprünge, dann ging das Chaos leider los. Von Sprung zwei auf Sprung drei hatte ich die Distanz falsch gemessen – warum auch immer – und einen Galoppsprung mehr eingeplant als nötig gewesen wäre. So kamen wir dann sehr dicht und die Stangen fielen, ein blöder Fehler meinerseits, aber noch nicht wahnsinnig tragisch. Weiter ging es dann auf eine Kombination mit Oxer als Einsprung. Da vermeterte ich mich leider komplett und jagte Clavaro nach vorne, dieser sprang sehr frühzeitig ab, womit ich dann doch nicht gerechnet hatte. So wurde ich in die Höhe katapultiert und landete auf dem Hals. Den Aussprung nahm er dann, motiviert wie er ist, natürlich trotzdem noch und überwand ihn sogar fehlerfrei. Ich, vorher schon auf dem Hals hängend, rutschte dadurch zur Seite. In der Wendung nach der Kombination geschah es dann – ich küsste den Boden. Na toll, so stellt man sich doch einen gelungenen Start in die Turniersaison vor … nicht. Jedenfalls hatte ich nach dem Sturz ziemliche Schmerzen, entschloss mich aber schon beim Aufstehen, die nächsten Runden noch reiten zu wollen. So nahm ich eine Schmerztablette, ruhte mich ein wenig aus und schwang mich dann auf Amerzio. Dieser war auf dem Abreiteplatz ein absoluter Schatz und es sollte sich im Parcours zeigen, dass es sich einmal mehr gelohnt hat, nicht aufzugeben. Wir hatten nämlich eine fehlerfreie Runde, genau das, was ich nach so einem Sturz gebraucht hatte. Überglücklich ritt ich also aus dem Parcours und dass es am Ende für eine Platzierung doch nicht mehr reichte, war mir herzlich egal.
Im R115 war dann Amerzio als erster an der Reihe. Zwischen den Prüfungen mussten wir also gar nicht absatteln, ich schaute mir nur kurz den Parcours an (Zweiphasenspringen) und  musste dann bereits wieder abreiten. Auch diesmal war er Amerzio super. Ich hatte mir trotzdem vorgenommen, eine ruhige Runde mit weiten Wegen zu reiten, da ich doch aufgrund der Schmerzen nicht zu 100% leistungsfähig war. Amerzio bewies wieder einmal sein Können und brachte uns fehlerfrei durch den Parcours. Erstaunlicherweise war unsere Zeit nicht einmal so übel, so dass wir am Schluss tatsächlich auf dem 5. Rang platziert waren. Das hat mich natürlich riesig gefreut und die tolle Runde stärkte mein Selbstvertrauen wieder, so dass ich mich entschloss, auch Clavaro nochmal zu reiten. Leider war dieser nicht mehr ganz so konzentriert wie beim ersten Mal und ich war vor dem Start sehr nervös, so dass auch diese Runde für uns frühzeitig vorbei war. Dies allerdings nicht wegen eines Sturzes, sondern weil ich eine Volte geritten bin, er an der Kombination einmal nicht konzentriert war und den Sprung erst viel zu spät sah, sowohl als ein Fehler meinerseits wo ich mich vermeterte und ihn vom Sprung wegzog. Alles in allem war der Parcours also wieder weder schön noch erfolgreich, allerdings bin ich trotzdem sehr froh, dass ich nochmal eingerittten bin, denn sonst hätte ich beim nächsten Mal auf alle Fälle Angst gehabt.
Der Freitag war, wie ihr euch nun selber denken könnt, geprägt von Höhen- und Tiefflügen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit meinen Pferden. Ich freue mich sehr über die beiden Nullrunden mit Amerzio und im Team mit Clavaro wissen wir, wo wir stehen und woran wir noch arbeiten müssen. Ich bin zuversichtlich, dass es beim nächsten Turnier auch mit ihm besser laufen wird.

Am Sonntag war dann Ustino in zwei Prüfungen über 105cm an der Reihe. Er hatte im Wintertraining wahnsinnige Fortschritte gemacht, vom letzten Jahr weiss ich aber, dass er auf Turnier ein kleines Schlitzohr ist. Dies löste bei mir gemischte Gefühle aus, weshalb ich beschloss, die Sache einfach ganz locker zu nehmen und mir möglichst keine Gedanken über etwaige Probleme im Parcours zu machen. Auf dem Abreiteplatz war Ustino noch etwas faul, als es ans Einspringen ging, wurde er dann langsam wach. Er sprang fantastisch und gab mir ein sehr gutes Gefühl, was mich mit einem Lächeln auf den Lippen in die Prüfung einreiten liess. Tatsächlich verlief die Prüfung noch besser als ich es mir erträumt hatte. Wir hatten lediglich einen kleinen Stangenfehler, der mich überhaupt nicht störte. Vielmehr freute ich mich darüber, dass Ustino während dem ganzen Parcours sehr aufmerksam war, dass die Ohren stets nach vorne gerichtet und alle Distanzen  passend waren. Nach dieser tollen Runde war ich einfach nur überglücklich und konnte die zweite Prüfung kaum erwarten. Diese folgte sogleich und wir blieben fehlerfrei, was mich enorm freute und sehr stolz machte. Ich bin zwar nicht ganz so gut geritten, habe teilweise Linien nicht gut getroffen und Distanzen vermasselt, aber Ustino sprang einfach fantastisch und meisterte jede Situation mit einer Gelassenheit, von der wir im letzten Jahr nur hatten träumen können. Tatsächlich waren wir dann noch auf dem 14. Rang platziert, was mich zusätzlich freute.

 

 

Alles in allem war der CS Hildisrieden für mich, abgesehen vom Sturz am Freitag, ein voller Erfolg. Ich konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln, habe die Turnieratmosphäre nach der langen Winterpause sehr genossen und freute mich natürlich ausserordentlich, gleich am ersten Turnier zwei Platzierungen feiern zu können. Ich denke, dass wir auf diese Resultate definitiv aufbauen können und freue mich schon auf das nächste Turnier.

Ausblick 2017

Ausblick 2017

Einher mit dem Rückblick auf 2016 geht der Ausblick auf 2017. Für dieses Jahr habe ich mir einige Ziele gesteckt und bin mir sicher, dass auch so manche Herausforderung auf uns zukommen wird.

 

Erstens hoffe ich natürlich, dass weiterhin alle meine Pferde gesund bleiben. Wir hatten letztes Jahr wieder ein Riesenglück und mussten lediglich ab und an kleinere Kratzer versorgen, ansonsten blieben alle fit und munter. Das darf 2017 gerne so bleiben!

 

Pünktlich zum Januar hin sind alle Pferde bereits wieder im Training. Damit sind wir etwas früher dran als letztes Jahr, was ich bewusst so eingefädelt habe, damit wir auch früher mit der Turniersaison loslegen können. Im Januar werden wir allerdings noch keine Turniere gehen, Ziel für diesen Monat ist es, die Pferde (und natürlich den Piloten) wieder auf das Niveau zu bringen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben. Dazu werde ich ab nächster Woche auch wieder bei meinem Trainer Springstunden nehmen, da freue ich mich schon riesig drauf! Ende Januar haben wir ausserdem das erste Training des Regionalkaders für dieses Jahr, darauf freue ich mich ebenfalls, einerseits natürlich weil die Trainings sehr lehrreich sind, andererseits aber auch weil ich mich freue die Mädels wiederzusehen. <3

Im Februar folgen weitere zwei Regionalkadertrainings, ausserdem habe ich zwei Trainingsspringen eingeplant um zu testen, ob wir schon fit fürs Turnier sind. Wenn alles nach Plan läuft, gehen wir dann im Februar unser erstes Turnier. Ab Februar sind dann so gut wie alle Wochenende vollgepackt mit Turnieren, 2017 möchte ich so viel losfahren wie nur möglich. Das ist mit drei Pferden glücklicherweise machbar, da kann man immer wieder mal einem eine Pause geben und hat trotzdem noch zwei um auf Turnier zu fahren. So denke ich, dass wir dieses Jahr so viele Turniere reiten werden wie noch nie, was uns hoffentlich ordentlich weiter bringen wird. Von den Höhen her habe ich geplant mit Amerzio  direkt wieder auf Stufe R120 und mit Clavaro auf Stufe R110 loszulegen. Ustino werde ich erst wieder ein paarmal R100/105 reiten, eventuell reitet dann auch mein Trainer die ersten R110/115 mit ihm, bevor ich ihn gegen Mitte des Jahres dann selber R110/115 reiten will. Clavaro soll im Verlaufe des Jahres R120/125 gehen, da bin ich sehr zuversichtlich, weil ich mich auf ihm wirklich sehr sicher und wohl fühle. Zum Ende des Jahres hin würde ich super gerne R130 reiten, aber ich habe beschlossen, mir da keinen Druck zu machen. Lieber reite ich vernünftig R125 als etwas zu probieren, was uns am Ende nur verunsichert.

 

Jetzt wisst ihr, wie dieses Jahr turniertechnisch aussehen wird und wie genau wir das zu Beginn des Jahres mit Training etc. handhaben. Das ist aber noch nicht alles, denn für 2017 habe ich mir auch vorgenommen, vermehrt an meiner mentalen Stärke zu arbeiten. Im letzten Jahr ist mir klar geworden, was für ein enormer Anteil die eigenen Gedanken am Gelingen eines Parcours oder auch nur eines einzelnen Sprungs haben. Oft habe ich mich selber unter Druck gestetzt und bin dann verzweifelt und total frustriert gewesen, wenn etwas nicht geklappt hat. Häufig habe ich nur die negativen Dinge gesehen und mich so selbst kaputt gemacht. Damit ist 2017 Schluss, ich will mit einem Lächeln hineinreiten und mit demselben Lächeln hinaus, egal was dazwischen passiert. Schliesslich macht dieser Sport einfach nur unglaublich viel Spass und man sollte jede Sekunde mit seinem Pferd geniessen, es kann so viel schneller vorbei sein als man denkt.

 

2017 wird ein tolles Jahr, da bin ich mir sicher. Es würde mich freuen, wenn ihr uns wieder auf unserem Weg begleitet! <3

 

2016

2016

Es ist wieder soweit, das Jahr neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit für einen kleinen Rückblick. 2016 war für mich ein Jahr mit Höhen und Tiefen, aber vor allem ein Jahr in dem ich sehr viel gelernt habe.

 

Angefangen hat unser Jahr mit guten Wintertrainings. Mitte März begann dann die Turniersaison in Härkingen, da konnte ich mich mit Amerzio im R110 direkt zweimal platzieren, der Start in die Saison ist uns also gelungen. Ustino hatte den ersten Start Anfang März mit unserem Bereiter, das lief ebenfalls sehr gut. Es folgte eine Zeit in der wir nach einem passenden Gebiss für Amerzio suchten. Wir dachten das Pelham sei die Lösung und über R110/115 klappte das auch noch gut. Zu derselben Zeit ritt ich meine ersten Juniorenprüfungen – und stellte sogleich fest, dass wir noch mächtig üben mussten, um da mithalten zu können. Mit Ustino mussten wir in der ersten Hälfte des Jahres aufgrund schlechten Wetters viele Turniere absagen. Das war vor allem der Fall, weil wir Turniere auf Grasplätzen gemeldet hatten. So schön es auf Gras auch ist, wir werden 2017 definitiv mehr auf Sand starten, einfach weil dort die Möglichkeit besteht, auch bei schlechten Wetterverhältnissen starten zu können. Ende Mai bekamen wir mit Clavaro Familienzuwachs, das war definitiv das Highlight des Jahres! Wir hatten nun also drei, bzw. vier Pferde zu versorgen, woran wir uns natürlich auch erstmal gewöhnen mussten. Mit Clavaro ging es nach kurzer Zeit aber auch schon auf Turnier, wo er sich von Anfang an immer sehr gut präsentierte, wenn auch öfters mit Stangenfehlern, da er noch nicht sehr fit war. Im Juni ritt ich dann in Ruswil mit Amerzio mein erstes R120, das wir mit einem Stangenfehler sehr zufrieden beendeten. Ustino konnte ich nun auch endlich mal auf Turnier reiten, nach so langer Zeit war es dementsprechend chaotisch, aber immerhin ein Anfang. Am CS Rothenfluh zeigten sich dann Clavaro und Ustino von ihrer besten Seite, mit Amerzio stürzte ich im R120 und verlor infolge dessen ein gutes Stück Vertrauen in ihn, aber auch in mich selbst. Das mussten wir also in den kommenden Wochen erstmal wieder aufbauen, ausserdem änderten wir auch nochmal das Gebiss, da das Pelham ihm doch zu scharf war. Ich konzentrierte mich in dieser Zeit mehr auf Ustino und Clavaro, die beide super sprangen und tolle Fortschritte machten. Im August traute ich mich dann mit Amerzio wieder in ein R120, das war zwar noch chaotisch, aber immerhin kamen wir durch. Danach ging es auch wieder bergauf und so ritten wir im September in Obergerlafingen sogar unser erstes R125, in dem wir uns direkt platzieren konnten. Ein letztes tolles Turnier war der CS Root, dort ritt ich Amerzio im R120/125 und hatte bei beiden Runden ein wahnsinnig tolles Gefühl. Es folgte noch ein weiteres Turnier, das ich aber leider vergeigte und die Sichtung fürs Regionalkader in Müntschemier. Dort konnten wir wieder eine gute Leistung abliefern und wurden für 2017 erneut ins Regionalkader der Junioren aufgenommen.

 

Alles in allem haben wir vielleicht nicht so viele Schleifen gesammelt, wie ich mir das gewünscht hätte und aufgrund schlechten Wetters und falscher Einstellung auch einige Chancen verpasst, aber das alles wird schon seinen Grund gehabt haben. Ich habe in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht, wie ich 2017 angehen will und bin schon fleissig Turniere am planen. Ausserdem freue ich mich auch, dass ich nun wieder einen Trainer an meiner Seite habe, mit dem ich regelmässig trainieren kann und der uns 2017 bestimmt noch viel weiter bringen wird, als er das 2016 schon getan hat. Ich glaube wir sind sehr gut auf das nächste Jahr vorbereitet, jetzt heisst es trainieren, trainieren, trainieren, damit wir 2017 all unsere Träume erreichen können. 🙂

 

Verkaufspferd CHAVERA (Clearway)

Verkaufspferd CHAVERA (Clearway)

Im Auftrag einer guten Freundin zeige ich euch heute Chavera, eine 12-jährige Holsteiner Stute von Clearway. Sie ist bis 1.45m platziert und hat auch schon an der Schweizermeisterschaft der Junioren teilgenommen. Zudem hat sie einen tollen, lieben Charakter und kämpft im Parcours immer für den Reiter. Wer also noch einen Sportspartner für den höheren Sport sucht, sollte sich dieses Traumpferd unbedingt ansehen!

>HIER< gehts zu den Turnierresultaten von Chavera.

Meldet euch bei Interesse bei mir oder über Facebook direkt beim Verkäufer Henri Sturzenegger oder Lena Schüpbach. 🙂

 

 

November Update

November Update

Es ist Zeit für ein Update!

 

Unser letztes Turnier in Müntschemier mit Amerzio lief leider nicht besonders gut – wir waren wohl beide schon mit den Gedanken in der Winterpause. Nachdem ich einige Tage sehr enttäuscht war von diesem unschönen Saisonabschluss, habe ich meine Motivation nun längst wiedergefunden und trainiere fleissig, um im Frühjahr 2017 voll durchzustarten.

 

Wie schon im letzten Jahr bekommen unsere Pferde nach der Saison ein paar Wochen Springpause. Für Ustino ist sie bereits wieder beendet, mit ihm fahren wir seit letzter Woche wieder regelmässig ins Training. Amerzio hat seit Anfang November Pause, mit ihm werden wir irgendwann im Dezember wieder anfangen zu springen, wir sind uns da noch nicht ganz klar wann, das wird auch immer nach Bauchgefühl entschieden. Clavaro bekommt nicht komplett Pause, da er sich noch immer im Muskelaufbau befindet und 2016 auch nicht so viel springen musste wie die anderen. Anstatt Parcours zu springen machen wir aber Gymnastik und versuchen mit gezielten Übungen, die Technik von Pferd und Reiter zu verbessern.
Für uns hat es sich bewährt, den Pferden eine Pause zu geben, ich kenne aber auch viele, die das ganze Jahr über springen. Wir haben festgestellt, dass die Pferde so zu Beginn der Saison wieder top motiviert sind. Ausserdem wollen wir ja noch möglichst lange etwas von unseren Sportspartnern haben und ich denke es tut auch ihrem Körper gut, wenn sie nicht immer springen müssen, oder wie im Falle von Clavaro zumindest keine hohen Sprünge.

 

Seit letzter Woche haben wir einen neuen Sattel von Amerigo. Ich bin bisher noch mit meinem ‚alten‘ Prestige Sattel geritten, der auf Chupa Chup angepasst war. Er hat dementsprechend meinen drei Jungs nicht einwandfrei gepasst und auch mir war er mit der Zeit nicht mehr bequem. So habe ich mich sehr auf den neuen Sattel gefreut, den ich nun schon eine Woche benutzt und für gut befunden habe. Er ist wunderbar weich, passt super auf alle Pferde und ist dazu noch unglaublich schick. Ich werde noch einige weitere Wochen damit reiten und dann auf jeden Fall mal einen Blogpost darüber schreiben!

 

Falls ihr euch übrigens fragt, woher das wunderschöne Beitragsbild ist: Eden von @photography_eden.a (Instagram) war Ende Oktober bei uns und hat ganz viele tolle Bilder geschossen, die ich euch im Laufe der Zeit noch zeigen werde. Wenn ihr sie jetzt schon sehen möchtet, schaut doch auf Edens Profil vorbei!

Als letzte kleine Anmerkung gibt es noch zu sagen, dass ich meinen Namen bei Instagram geändert habe. Wir sind dort nun unter @ms.showjumping zu finden.

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CS Root 2016

CS Root 2016

Nach den tollen Erfolgen am CS Obergerlafingen war ich happy, als ich noch einen Startplatz für das R120/125 in Root ergattern konnte. Ich war vorher noch nie dort, weder als Zuschauer noch als Reiter, und so war ich ziemlich neugierig. Jetzt kann ich sagen, dass der CS Root ein wirklich sehr schönes Turnier auf einer wahnsinnig tollen Anlage ist.
Das Turnier wurde in der Halle ausgetragen und war somit unser erstes Hallenturnier nach der Aussensaison. Ich mag Hallenturniere grundsätzlich nicht so gerne, allerdings ist die Halle in Root so schön gross und hell, da reite sogar ich gerne drinnen.

 

Los ging es um 12.00 mit dem R120. Der Parcours beinhaltete einige Tücken für uns, so unter anderem eine Dreifache, einen Wassergraben und ein Sprung mit Wolken als Unterbaute, den wir schon aus dem Training kannten. Was die beiden letzteren angeht, ist Amerzio einfach ein riesengrosser Schisser, wenn man ihn nicht im richtigen Moment erwischt, haut er sofort die Bremse rein. So war vollste Konzentration meinerseits gefordert.
Beim Abspringen war Amerzio sehr gut, anfangs fehlte uns der Rhythmus, allerdings haben wir ihn dann recht schnell gefunden. So machten wir nur wenige Sprünge und ich konzentrierte mich vor allem darauf, ihn schön locker zu bekommen. Amerzio war am Schluss butterweich an der Hand und machte so toll mit, dass ich mit einem sehr guten Gefühl in die Prüfung ritt.
Dort klappte dann auch alles wie am Schnürchen, Sprung 1 trafen wir direkt gut, weiter ging es ohne Probleme über 2-4, dann kam der Wassergraben. Druck am Bein, kurz die Gerte eingesetzt, zack waren wir auch schon auf der anderen Seite! Erstmal durchatmen, dann schön ruhig in die Dreifache, ich war etwas hinter der Bewegung aber Amerzio hat super weitergezogen. Phuu, geschafft! Auf langem Weg zu Sprung 7, weiter zu 8. Dann eine Kombination, die haben wir gut getroffen. Ein letzter Knackpunkt war der Wolkensprung, ich nehme den kurzen Weg, er macht sich etwas fest, Bein dran, schon war auch der geschafft. Noch ein Sprung und dann waren wir durch, unser erstes fehlerfreies R120!! Ich war überglücklich, Amerzio hat so toll mitgekämpft, er ist einfach ein Profi! Wir wurden dann auf dem 17. Rang platziert worüber ich mich sehr gefreut habe, da wirklich sehr viele sehr gute Reiter am Start waren.

 

Weiter ging es dann mit dem R125, unser zweites überhaupt. Ich war beim Abgehen des Parcours nicht sonderlich nervös, er war nicht einfach gestellt aber fair. Sprung 6 war eine Tripplebarre, die habe ich mir nicht zu genau angeschaut, mit genügend Schwung hinreiten, dann klappt das schon.
Beim Abreiten war Amerzio wieder sehr gut. Wir haben nur etwa 5 Sprünge gemacht, die Muskeln gut aufgewärmt, viel Lösungsarbeit, Gas und Bremse getestet. Alles hat wunderbar geklappt und so war mein Ziel eine zweite Nullrunde. Die letzten Minuten auf dem Abreiteplatz war ich dann doch ziemlich nervös, aber ich habe versucht mich auf mein Pferd zu konzentrieren.
Im Parcours war Amerzio wieder der Hammer. Sprung 1 direkt super getroffen, flüssig weiter auf 2, der war etwas dicht aber noch okay. Weiter zu 3, die Unterbaute hat etwas gebremst, der Sprung war trotzdem gut. Dann zu vier, der Oxer kam mir beim Abgehen des Parcours so gross vor, war aber kein Problem für Amerzio. Es folgte eine Kombination, der Einsprung war etwas gross, aber er sprang gut weg. Dann kam die Tripplebarre, also auf dem langen Weg einen guten Galopp aufbauen, Augen zu und drüber, wenns dunkel bleibt wars falsch! Hat sich wie ein normaler Oxer angefühlt, also nach vorne weiter zu 7, der war super. Schon fast geschafft, jetzt bloss konzentriert bleiben für die schwierigste Linie des Parcours. Eine Kombination aus Oxer-Steil mit einem Galoppsprung und dann eine gebogene Linie zu 9. Super getroffen, bei 9 etwas am Holz, aber die Stange blieb oben! Auf dem Weg zur letzten Linie dachte ich mir, ‚jetzt bloss kein Fehler!‘. Die Distanz zu 10 war gut, allerdings haben wir beim letzten Galoppsprung die Spannung verloren und schon fiel die Stange. Mist! Konzentriert weiter zum letzten Sprung und dann war ich überglücklich, Fehler hin oder her. Ich fand die Runde sehr schön, es war immerhin erst unser zweites Mal auf dieser Höhe und dafür war der Ritt doch ganz ordentlich. Amerzio hat wieder super mitgemacht, die Ohren waren immer vorne. Einfach ein wahnsinns Pferd!

 

Alles in allem war der CS Root für mich ein richtig schönes Turnier, ich war mit beiden Runden mehr als zufrieden und freue mich schon aufs nächste Jahr!

 

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Videos folgen

CS Obergerlafingen 2016

CS Obergerlafingen 2016

Anfangs September stand für uns eines der schönsten Turniere im Jahr an, der CS Obergerlafingen. Auf diesem Hof trainieren wir regelmässig bei Philip Ryan, so freute ich mich sehr darauf, da die Anlage einfach der Hammer ist. Riesige Abreitehalle, riesiger Turnierplatz, besser gehts nicht!

 

Los ging es am Donnerstag mit dem R120/R125 mit Amerzio. Nachdem wir am CS Sissach zwar durchkamen, aber doch noch ein paar Fehler passiert sind, war ich ziemlich aufgeregt. Der Parcours des R120 war fair gestellt, der Wassergraben war aber drin, Amerzios grösster Feind. Das Abreiten lief gut und so ritt ich mit positiver Einstellung in den Parcours. Die ersten zwei Sprünge waren gut, dann kam das Wasser, zack zieht er die Bremse. Ärgerlich! Beim zweiten Anlauf hat es geklappt und der Rest des Parcours war fehlerfrei. Das war ein wirklich doofer Fehler, der mich noch ein paar Tage geärgert hat, aber kann halt passieren. Mit dem Rest war ich sehr zufrieden und ich hatte ein super Gefühl gehabt, so traute ich mich tatsächlich in mein erstes R125!

Der Parcours war nicht allzu schwierig und auch mein Trainer meinte, dass wir das schaffen können. Also einmal tief durchgeatmet, rauf aufs Pferd und abgesprungen. Amerzio war in Topform, das hat man bei jedem Galoppsprung gemerkt. So machten wir nur wenige Sprünge und dann ging es auch schon rein in die Prüfung! Gott war ich aufgeregt als ich eingeritten bin. Beim Angaloppieren verflog die Nervosität zum Glück, jetzt war vollste Konzentration gefragt. Der ganze Parcours war echt flüssig und ich kann gar nicht viel dazu sagen, schaut euch einfach das Video an!
Wir hatten dann tatsächlich keinen Fehler und wurden auf dem 14. Rang platziert! Erstes R125 und direkt platziert, das hatte ich natürlich niemals erwartet. Ich war echt soo happy und muss immer noch grinsen wenn ich an den Tag zurückdenke. Herzlichen Dank an alle die das möglich gemacht haben, allen voran natürlich mein fantastisches Pferd Amerzio, aber auch mein Trainer Philip, der uns in nur wenigen Trainings einen Riesenschritt nach vorne gebracht hat, sowie mein Vater, ohne den das alles sowieso unmöglich wäre.

 

 

Am selben Tag startete ich noch mit Clavaro im R110/115. Das R110 lief super, nur leider hatten wir am letzten Sprung einen Stangenfehler. Das war wirklich sehr ärgerlich! Zudem war der Speicher der Kamera nach den ersten paar Sprüngen voll, so dass ich euch kein Video davon zeigen kann. Tut mir echt leid, mein Fehler!
Nach dem guten R110 war ich bereit für unser zweites R115. Das erste war in Glovelier, davon habe ich euch gar nicht berichtet, da war nicht unser Tag. In Obergerlafingen sah das jedoch anders aus! Der Parcours war echt schön gestellt und es war ein Zweiphasenspringen, also galt es die ersten acht Sprünge vorsichtig zu reiten und nachher etwas Gas zu geben. Beim Abreiten war Clavaro super und auch im Parcours war er klasse. Die ersten acht Sprünge überwanden wir ohne Fehler, also ging es weiter in die zweite Phase. Dort machte er sich am ersten Sprung etwas stark und die Stange fiel leider, der Rest war aber gut. Am letzten Sprung war ich leider unkonzentriert und vermasselte die Distanz, so hatten wir dort einen weiteren Fehler. Ich war aber überglücklich mit der Runde, es war ja erst unser zweites R115 und Clavaro ist sehr souverän gesprungen, ohne ein einziges Mal zu zögern! Darauf können wir auf jeden Fall aufbauen.

 

 

Am Samstagmorgen durfte dann auch noch Ustino mit zum R100/105. Mit ihm hatte ich mir zum ersten Mal vorgenommen ein paar Abkürzungen zu reiten und Gas zu geben, damit wir eine gute Platzierung erreichen können. Der Parcours bot einige Möglichkeiten und er war beim Abreiten super, so hatte ich ein tolles Gefühl und war bereit anzugreifen! Die Runde war wirklich super, ich kann gar nicht viel dazu sagen, schaut euch einfach das Video an. Der Kleine hat das soo toll gemacht. Wir wurden dann auf dem 6. Rang platziert von 68 Startenden, das war echt eine Top-Platzierung für uns!
Im R105 hatte ich den gleichen Plan. Leider fiel an Sprung 8 die Stange, da ich die Spannung etwas verlor. Das war suuper ärgerlich, wir wären wieder vorne platziert gewesen! Aber was solls, Ustino ist trotzdem klasse gesprungen und ich war sehr glücklich mit ihm.

 

 

Wie erwartet war der CS Obergerlafingen ein super schönes Turnier. Es sind blöde Fehler passiert, aber die beiden Platzierungen die wir hatten waren der Wahnsinn und haben meine Erwartungen echt übertroffen. Meine Jungs sind einfach die besten! <3

 

CS Sissach (27 & 28.8)

CS Sissach (27 & 28.8)

Auf den CS Sissach hatte ich mich schon länger gefreut, da ich an dieses Turnier sehr schöne Erinnerungen hatte. Im letzten Jahr konnten Amerzio und ich dort nämlich das R110 gewinnen – mein erster Sieg überhaupt! So freute ich mich sehr auf diese Turnierwochenende, das bei sommerlichen 30 Grad wirklich sehr schön ausfiel.

 

Samstag 27.8

Am Samstag fuhren wir mit Ustino aufs Turnier, um am Morgen in den zwei Prüfungen R100 zu starten. Auf diese  Prüfungen habe ich mich besonders gefreut, da Ustino im Moment einfach wahnsinnig toll ist und sich immer weiter verbessert. So habe ich in den Tagen vor dem Turnier weiter am Verkürzen und Verlängern der Galoppsprünge gearbeitet und hoffte, dies bei diesem Turnier umsetzen zu können.
Beim Abreiten war der Kleine wie schon die letzten Male super professionell, er war sehr konzentriert und hat toll mitgearbeitet. Auch im Parcours war er echt spitze. Der Boden war an manchen Stellen etwas rutschig, davon hat er sich aber überhaupt nicht beirren lassen und hat mir auch da geholfen, wo die Distanz nicht ganz perfekt war. Das rechne ich ihm wirklich hoch an – noch vor einigen Monaten wäre das nie denkbar gewesen! Wir konnten den Parcours ohne Fehler beenden und ich war wirklich sehr zufrieden mit der Runde. Leider waren wir wie schon so oft in letzter Zeit erster Nichtplatzierter. ;(
Vor dem zweiten Parcours war es dann schon ziemlich heiss, so dass wir nur noch wenige Sprünge gemacht haben. Ich bin dann wieder mit einem super Gefühl eingeritten und der Kleine war wieder der Hammer, trotz fast 30 Grad. Von Sprung 1 auf Sprung 2 hat er sich sogar ein paar Bocksprünge erlaubt, weswegen ich die Linie nicht so reiten konnte, wie ich eigentlich wollte. Auf den zweiten Sprung waren wir dann VIEL zu dicht, aber als hätte er gewusst, dass er schuld war, hat er einfach aus dem Stand abgedrückt und wir sind sogar ohne Fehler am anderen Ende angekommen. Der kleine Showman. 😀 Den Rest des Parcours fand ich super schön und flüssig. Am Wasser waren wir minimal dicht und da fiel die Stange, er hat sich wohl etwas festgeglotzt und vergessen die Füsse zu heben. Das kann passieren und ist absolut nicht schlimm, solange er alles so selbstverständlich springt bin ich glücklich! <3

 

 

Sonntag 28.8

Am Sonntagmorgen fuhren wir mit Clavaro los für zwei Prüfungen R110. Leider hatte es in der Nacht zuvor stark gewittert, so dass der Boden stellenweise nicht ganz optimal war. Ich war trotzdem optimistisch und der erste Parcours war auch wirklich sehr schön gestellt. Beim Abreiten war Clavaro butterweich an der Hand und hat sich auch gar nicht über die entgegenkommenden Pferde aufgeregt. So konnten wir einige tolle Sprünge machen, bevor es auch schon in die Prüfung ging. Leider hatten wir insgesamt drei Stangenfehler, die allesamt nicht hätten sein müssen. Das verzeihen wir Clavaro aber natürlich, denn ihm fehlt es doch noch deutlich an Muskelkraft und Routine. Die hohen Temperaturen und der rutschige Boden haben es ihm auch nicht gerade leichter gemacht. Alles in allem ist er sehr souverän gesprungen und deshalb war ich mit der Runde doch sehr zufrieden.
Vor der zweiten Prüfung haben wir auch mit ihm nicht mehr viel gemacht. Im Parcours habe ich es dann leider bei Sprung zwei verbockt. Ich habe keine Distanz gesehen und wollte ihn dann auf gross wegschicken. Er hat dann noch einen Galoppsprung reingehauen und ist voll in die Stange geknallt. Das tut mir echt mega leid. :(( In der Linie von Sprung sieben auf die Kombination hat er mir etwas nach links weggedrückt, ich habe ihn dann noch erwischt, aber da fiel dann wieder eine Stange. Alle anderen Sprünge fand ich wirklich perfekt und so bin ich sehr stolz auf ihn, er hat sich an diesem Turnier meiner Meinung nach super präsentiert! Die Stangenfehler kriegen wir auch noch raus, wenn er etwas mehr Kraft hat und ich ihn noch besser unterstützen kann.

 

 

Am Mittag ist mein Vater dann mit Clavaro nach Hause geflitzt, um gleich wieder mit Amerzio zurückzufahren. Bei den hohen Temperaturen wollten wir den beiden einfach nicht zumuten, den ganzen Tag im Hänger stehen zu müssen. Das war zwar etwas stressig für meinen Vater – bei dem ich mich für seine Mühe hier auch nochmal ganz herzlich bedanken möchte <3 – aber die Pferde waren ihm bestimmt dankbar!

 

So ging es am Nachmittag für Amerzio und mich zum ersten Mal nach dem Sturz wieder ins R120. Ich fand den ersten Parcours echt schön und beim Abgehen kamen mir die Sprünge auch gar nicht so wahnsinnig hoch vor. So setzte ich mich mit einem realtiv guten Gefühl auf Amerzio, der beim Abspringen auch wirklich top war. Er war schön weich an der Hand, liess sich gut vorwärts galoppieren und zog auch wieder etwas besser auf die Sprünge. Bis wenige Nummern vor unserem Start war ich überhaupt nicht nervös, dann kribbelte es aber doch so langsam. Glücklicherweise gelang es mir gut, mich einfach auf das Reiten zu konzentrieren und nicht zu viel nachzudenken. Mein einziges Ziel für die Prüfung war, nicht hinunter zu fallen und alle Sprünge einmal zu springen.  Und was soll ich sagen? Ziel erreicht!! Es war definitiv keine Runde fürs Auge, wir hatten ingesamt 26 Punkte – zwei Stops, Stangenfehler und Zeitfehler – aber DURCH! Als ich aus dem Parcours ritt, habe ich Amerzio zu Tode gelobt, mir war speiübel und ich bin erstmal in Freudentränen ausgebrochen, einfach weil ich so überglücklich war, dass wir durchgekommen sind. Ich glaube die anderen Reiter dachten, ich spinne komplett, dass ich mich über den definitiv schlechtesten Ritt des ganzen Starterfeldes so gefreut habe. 😀

Vor dem zweiten Parcours war ich dann relativ entspannt und überzeugt, dass die zweite Runde etwas besser laufen würde. Beim Abgehen wurde mir dann zwischenzeitlich doch wieder etwas mulmig, denn es war sowohl der Wassergraben, den Amerzio ja überhaupt nicht gerne springt, sowie eine Dreifache aufgebaut. Ich wusste aber wir konnten es schaffen und so versuchte ich ihn beim Warmreiten nicht zu müde zu machen. Mein Ziel war wieder, alle Sprünge einmal zu springen, wenn möglich mit einem etwas flüssigeren Galopp. Als es in die Prüfung ging, habe ich einmal tief durchgeatmet und bin ‚einfach geritten‘ – etwas, was mir seit dem Sturz bei Amerzio oft schwer fiel. Aber es hat diesmal suuper geklappt! Wieder war die Runde zum Zuschauen nicht wirklich schön und ich war ein paarmal hinter der Bewegung, weil ich manchmal noch etwas überwältigt bin von seiner Sprungkraft. Am Wassergraben hatten wir leider einen Stop, das war sehr ärgerlich, da die Distanz eigentlich super gepasst hatte. Da muss er einfach noch über seinen Schatten springen und ich muss lernen, ihm gar keine Chance zum Stoppen zu geben. Nach dem Wassergraben hatten wir den Rhythmus etwas verloren, so dass ich vor der Dreifachen einmal abgewendet habe. Über diese Entscheidung bin ich im Nachhinein sehr froh, denn so konnten wir sie beim zweiten Anlauf gut treffen und sind ohne Probleme durch den Rest des Parcours gekommen. Ich war wirklich überglücklich mit dem Resultat und konnte Amerzio gar nicht genug dafür danken, mich so gut durch die Prüfung getragen zu haben. Ich glaube, ich kann mit guten Gewissen sagen: WE ARE BACK! <3

 

 

Alles in allem war der CS Sissach für mich ein voller Erfolg, und das ohne eine einzige Platzierung. Alle Pferde waren absolut top und auch mit meiner eigenen Leistung bin ich ziemlich zufrieden. Klar, gerade im R120 sind mir noch einige doofe Fehler passiert und ich muss unbedingt vermehrt an meinem Sitz arbeiten, aber trotzdem hatte ich auf diesem Turnier zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder das Gefühl, dass ich Fortschritte gemacht habe. So auch meine Jungs, auf die ich wirklich unglaublich stolz bin. Ich freue mich schon auf das nächste Turnier in Obergerlafingen in zwei Wochen, wo wir wieder dreimal an den Start gehen werden!

CS Holziken (30.7)

CS Holziken (30.7)

Dieser Turnierbericht kommt ziemlich spät, aber besser spät als nie, richtig? Wir waren Ende Juli mit Clavaro und Ustino im R100/105 am CS Holziken am Start.

 

Ustino

Als erstes war Ustino am Start, der beim Abreiten vor dem R100 eine sehr gute Figur gemacht hat. Er war aufmerksam und hat schön zu den Sprüngen gezogen, genau so wie es sein muss. Deshalb bin ich mit einem guten Gefühl in den Parcours geritten und wir sind auch passen zum ersten Sprung gekommen. Danach hat er ein paar Bocksprünge gemacht, die ich aber schnell wieder unter Kontrolle bekommen habe. Auf Sprung 2 hat er dann gestoppt – warum auch immer, ich tippe darauf, dass er sich am Abreiteplatz festgeguckt hat, der dahinter lag. Der Rest des Parcours war dann aber sehr gut, wir hatten keinen Abwurf mehr und er ist wahnsinnig toll gesprungen. So kamen wir mit ärgerlichen 4 Punkten raus. Danach hatte Ustino erstmal lange Pause, da Clavaro im R105 zuerst dran war. Als wir Usti dann wieder aus dem Transporter geholt haben, schien er mir anfangs etwas müde. Auf dem Abreiteplatz musste ich ihn daher etwas aufwecken, er war dann aber schnell wieder bei der Sache und ist erneut schön gesprungen. Ich hatte mir für den Parcours lediglich vorgenommen, ohne Stopp durchzukommen. So bin ich keine engen Wege geritten, um nichts zu riskieren, habe aber dafür auf den langen Wegen etwas Gas gegeben. Ustino ist suuuper gesprungen, er hat total gut mitgedacht und so kamen wir tatsächlich ohne Fehler ins Ziel! Weil es ziemlich wenige Nullfehlerritte gab, waren wir dann trotz unserer vergleichsweise langsamen Zeit noch auf dem 9. Rang platziert.

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Clavaro

Clavaro hatte seine Einsätze wie schon beim letzten Mal kurz nacheinander, da er eine späte Startnummer im R100 und eine frühe Nummer im R105 hatte. Vor dem R100 war er beim Abreiten sehr angenehm, etwas nervös wegen der vielen Pferde, aber nicht weiter schlimm. Im Parcours sprang er dann auch sehr schön und ich konnte einige enge Wendungen reiten. Leider war unsere Zeit für eine Platzierung zu langsam, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden mit der Runde. Im R105 war er ebenfalls sehr gut, nur leider habe ich dort an Sprung 6 einen ärgerlichen Fehler gemacht, so dass wir 4 Punkte in Kauf nehmen mussten. Diesmal gab es also keine Schleife für Clavaro – zufrieden bin ich trotzdem allemal.

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Zu den Videos:

 

CS Utzenstorf (23.7) – Shit happens

CS Utzenstorf (23.7) – Shit happens

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Nach einer kleinen Turnierpause habe ich mich am Samstag unglaublich gut gefühlt, als ich endlich wieder meine weissen Reithosen anziehen konnte. Wir waren schon letztes Jahr am CS Utzenstorf und ich hatte das Turnier sehr gut in Erinnerung, weshalb ich mich gleich doppelt darauf gefreut hatte.

 

Wir sind erstmals mit Ustino und Clavaro in derselben Prüfungen gestartet, nämlich den R100/105. Es gab insgesamt nur rund 50 Starter, weshalb ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass wir ziemlich Stress haben würden. Das war allerdings überhaupt nicht der Fall, wir hatten immer viel Zeit zum Abreiten und so fand ich es sehr cool, zwei Pferde über denselben Parcours reiten zu können.

 

R100 – Fehler/Zeit

Die erste Prüfung wurde ganz normal nach Fehlern/Zeit gewertet. Ustino war als erster an der Reihe. Schon beim Abreiten hatte ich ein unglaublich gutes Gefühl, er war sehr aufmerksam und hat toll nach vorne gezogen. Es fiel mir überhaupt nicht schwer, einen guten Galopp aufzubauen und diesen durch die Wendung bis zum Absprung zu halten – etwas, was sich bei Ustino normalerweise schwierig gestaltet, da er ziemlich faul sein kann. So ritt ich mit einem sehr guten Gefühl in den Parcours. Leider habe ich dann den ersten Sprung etwas unterschätzt. Ich hatte ein klitzekleines bisschen zu wenig Galopp, habe dann eine Sekunde darüber nachgedacht, dass die Distanz nicht ganz passt und zack – schon stand Ustino. Daraufhin habe ich ihm sofort mit der Gerte einen Klaps gegeben. Ich denke nicht, dass ich mich rechtfertigen muss – trotzdem möchte ich an dieser Stelle kurz erklären, wieso ich dies bei Verweigerungen tue, bevor ich als ‚böser böser Turnierreiter‘ abgestempelt werde. Ustino hat viel Vermögen, zudem ist er grundsätzlich ein sehr mutiges Pferd. Man kann also davon ausgehen, dass er nicht Angst hatte und sich nicht erschreckt hat. Meiner Meinung nach hat er nur gestoppt, weil ich eine Sekunde unsicher war, was sich wie wohl alle Springreiter wissen, sofort auf das Pferd überträgt. Wenn es also ein Reiterfehler war, wieso diese Reaktion? Nun, Ustino ist ein sehr kluges Pferd, was sehr schnell lernt – gute sowie schlechte Dinge. Wenn ich nach dieser Verweigerung nicht so reagiert hätte, wäre es mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer weiteren Verweigerung gekommen, einfach weil er dann das Gefühl gehabt hätte, dass er nicht springen muss, wenn er die Möglichkeit hat, einen Fehler meinerseits auszunutzen. Mit der Gerte mache ich ihm klar, dass ich es ernst meine und wirklich auf die andere Seite will. Ich will ihn damit überhaupt nicht bestrafen und ich bin überzeugt, dass dieser Klaps Ustino nicht wehtut, sondern ihn nur wachrüttelt. Die Gerte ist meiner Meinung nach ein sehr nützliches Hilfsmittel, das dem Pferd keine Schmerzen zufügt, solange man damit umzugehen weiss. Es ist auf jeden Fall viel besser, dem Pferd einen Klaps zu geben, als ihm die Sporen in den Bauch zu rammen oder am Maul zu zerren! Ich überlege, zu diesem Thema einen Blogpost zu schreiben, wo ich meine Meinung und Sichtweise genauer darlege – besteht da Interesse? Schreibt mir doch bitte einen Kommentar!

So, nun aber weiter mit dem Parcours! Als wir dann den ersten Sprung beim zweiten Anlauf überwunden hatten, lief der Rest des Parcours sehr gut. Ustino sprang absolut fantastisch und ich konnte wunderbar zu den Sprüngen hin abwarten, wodurch schöne Distanzen entstanden. Ich bin allgemein sehr zufrieden mit dieser Runde, der Steher am Anfang war ärgerlich, aber der Lerneffekt war auf jeden Fall da!

 

Weiter ging es mit Clavaro. Er war leider beim Abreiten ziemlich gestresst. Immer wenn ihm ein Pferd entgegen- oder zu nahe kam, hat er Bocksprünge gemacht. Ich kann ziemlich gut darüber hinwegreiten, trotzdem ist es natürlich etwas mühsam, da man ständig gefasst sein muss. Ich hoffe, dass er irgendwann auf dem Abreiteplatz etwas ruhiger wird. Beim Abspringen sprang er sehr gut und ich hatte ein tolles Gefühl, als ich in den Parcours hinein geritten bin. Der Parcours war dann an sich okay, allerdings wurde er mir von Anfang an zu lang. Ich muss auf jeden Fall darauf achten, dass ich ihn vom Anfang bis zum Schluss noch geschlossener halten kann. Dann wären nämlich auch die beiden Stangenfehler am Ende des Parcours nicht passiert. Die Fehler gingen eindeutig auf meine Kappe, ich bin einfach zu wenig geritten. Es fällt mir zurzeit bei ihm noch etwas schwer, das richtige Mass an Vorwärtsreiten und Zusammenhalten zu finden, ich merke manchmal gar nicht, dass sein Galopp länger wird. Daran arbeiten wir aber schon fleissig, weshalb ich zuversichtlich bin, dass das bald besser klappt!

 

R105 – Zweiphasenspringen

In der zweiten Prüfung war Clavaro als erster am Start. Er war beim Abreiten wie schon zuvor nervös, glücklicherweise waren aber nicht so viele Pferde auf dem Platz, da wir die Nummer 2 hatten. Im Parcours bin ich dann von Anfang an mit einer grösseren Grundkadenz geritten, was auf jeden Fall besser gepasst hat. Ich konnte ihn  recht gut bei mir behalten und so hatten wir eine sehr schöne Runde. Leider habe ich am zweitletzten Sprung keine Distanz gefunden, so dass er keine Chance mehr hatte, ihn fehlerfrei zu überwinden. Damit habe ich mir den Sieg verspielt, was mich ziemlich ärgert! 🙁 Aber Fehler passieren nun mal und den Rest des Parcours fand ich wirklich sehr gut, weshalb ich glaube, dass wir trotzdem zufrieden sein können. Wir waren dann noch auf dem 15. Rang platziert, worüber ich mich sehr gefreut habe!

 

Ustino war zu meinem Erstaunen auch beim Abreiten vor der zweiten Prüfung total motiviert und gut an den Hilfen. Dadurch wurde ich auch nicht wirklich nervös, obwohl es mein erstes R105 mit ihm in dieser Saison war. Beim letzten R105 mit ihm in der Saison 2015  bin ich im Oxer gelandet. Ich hatte überhaupt keine Erwartungen, es konnte von 3 Verweigerungen bis fehlerfrei gefühlt alles passieren. Ich habe einfach versucht, so gut zu reiten wie nur möglich – und ich glaube, das ist mir gelungen! Der erste Sprung war top, danach wollte der kleine Schlingel bocken, dem konnte ich aber sofort entgegenwirken. Über dem zweiten Sprung hat er sich dadurch etwas festgemacht, ist aber trotzdem gut weitergaloppiert und so waren die folgenden Sprünge sehr schön. Ich habe mich dann sogar getraut, eine Abkürzung zu nehmen. Dort wollte ich ihn dann auf den Steilsprung gross wegschicken, was ihn etwas überrascht hat. Er hat eine Sekunde gezögert, dadurch entstand dann der Fehler – das nehme ich ihm aber überhaupt nicht übel. Ich habe ihn bewusst ins kalte Wasser geworfen, wodurch ich den Fehler riskiert habe. Der Rest des Parcours war wieder sehr gut und ich bin einfach nur überglücklich damit, wie Ustino sich in dieser Prüfung präsentiert hat. Er war so unglaublich schön zu reiten, es hat wirklich alles gepasst! All die Zeit, das Blut, der Schweiss und die Tränen, die wir in den Kleinen hineingesteckt haben, sind es plötzlich allemal wert, wenn man am Ende so ein tolles Pferd vor sich hat. In letzter Zeit hat er einen riesigen Sprung gemacht. Ich glaube, das Baby wird langsam erwachsen! <3

 

Alles in allem sind am CS Utzenstorf ein paar doofe Fehler meinerseits passiert, die Pferde waren aber absolut fantastisch. Ich habe dieses Turnier wie schon im letzten Jahr sehr genossen. Der Turnierplatz mit den vielen Bäumen hat einfach eine richtig schöne, einmalige Atmosphäre. Der Abreiteplatz war in zwei Plätze aufgeteilt, wobei man auf dem einen Platz warmreiten und auf dem anderen abspringen konnte. Das war sehr praktisch und viel weniger chaotisch, als Abreiteplätze normalerweise sind. Die Festwirtschaft war ebenfalls super. Das Einzige, was ich zu bemängeln habe, war die Parksituation. Die Anhänger standen ziemlich weit vom eigentlichen Turniergeschehen entfernt, was mich immer etwas stresst, da man die Pferde so nicht beobachten kann. Ich denke aber das sind sich die Veranstalter bewusst, es liess sich wahrscheinlich einfach nicht  anders einrichten.

Ich würde den CS Utzenstorf auf jeden Fall jedem weiterempfehlen und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr auch wieder an den Start gehen können.